Sehr geehrter Herr Dr. Schmiedel,

 

ich habe seit ca 1,5 Jahren Probleme mit starken Extrasystolen, sowie einem höheren und oft stark schwankendem Puls.Diese wurden bereits kardiologisch abgeklärt, mein Herz ist organisch gesund. Eine zusätzliche AV-Knoten-Reentry Tachykardie wurde Ende November 2017 abladiert, leider muss die Ablation jedoch infolge von bislang 4 Rezidiven wohl wiederholt werden. Mein Kardiologe empfiehlt mir zur symptomatischen Behandlung meiner Puls- bzw. Herzrhytmusprobleme lediglich die regelmäßige Einnahme von Bisoprolol 2,5 mg, was ich infolge eines komplett normalen, gelegentlich eher zu niedrigen Blutdrucks und der Tatsache, dass ich erst 42 Jahre alt bin, jedoch ablehne. Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt, experimentiere selbst mit Magnesium, Kaliumpräparaten, aber bei Tromcardin beispielsweise habe ich eher das Gefühl einer Verstärkung meiner Symptomatik. Mein Ferretinwert ist sehr niedrig (ca 10-16 in den verschiedenen Laborauswertungen der vergangenen Jahre), die meisten Eisenpräparate vertrage ich leider nicht (mir wurde jetzt vor kurzen Eisenchelat empfohlen, was ich mir nun bestelle habe) mein Magnesiumwert zuletzt bei ca 0,8 und der Kaliumwert bei 3.6/3,7, aber auch schon erniedrigt bei nur 3,4. Am besten vertragen habe ich die Neukönigsförderer Mineralien, die ich 2017 ca 7-8 Monate regelmäßig eingenommen habe. Ich wäre Ihnen wirklich von Herzen dankbar, wenn Sie evtl Ernährungstipps (was ich besonders meiden oder besonders viel essen sollte) oder evtl andere Nahrungsergänzungsmittel Tipps für mich hätten. Ich wäre Ihnen wirklich für jeden einzelnen Tipp von Herzen dankbar. Mit sportlicher Betätigung habe ich seit Anfang Februar bekonnen (10 MInuten tägliches Crosstrainer Training).
Vielen herzlichen Dank bereits im voraus für das Lesen meiner sehr detaillierten Ausführungen
Mit freundlichen Grüßen

Antwort:

Bei Herzrhythmusstörungen untersuche ich immer Magnesium und Kalium (aber im Vollblut, nicht im Serum), um den zellulären Gehalt zu optimieren. Besonders wichtig ist aber die Bestimmung der Fettsäureanalyse – und hier besonders der Omega-3-Index, also das Verhältnis der rhythmusstabilisierenden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA im zu allen Fettsäuren. Hier ist ein Index vn über 8 % anzustreben. Jeder Patient mit Rhythmusstörungen sollte diese Analysen durchführen lassen. Leider kennen sich nur wenige Ärzte (und noch weniger Kardiologen damit aus). Die Fettsäureanalyse kann man bei www.norsan.de selbst durchführen lassen. Für die anderen Bestimmungen müssen Sie sich jemanden suchen, der sich damit auskennt.
Wenn Sie niemanden finden, müssen Sie sich vielleicht einen Termin in der Paramed (www.paramed.ch) bei mir geben lassen. Eisen hat nichts mit dem Rhythmus zu tun, sollte aber wegen der Leistungsfähigkeit in einem guten Bereich liegen. Wenn oral keine Aufsättigung gelingt, muss man ggf. auch an Infusionen denken. Was ist die Ursache? Eisenarme, vielleicht vegetarische Ernährung? Eine Aufnahmestörung im Darm? Dann muss ggf. mit einer Stuhluntersuchung nach der Ursache gefahndet werden. Eine starke Regelblutung? Hier kann man mit bestimmten Heilpflanzen bzw. einer naturidentischen Hormontherapie nach einer subtilen Hormondiagnostik viel erreichen? Sie sehen, es gibt also viele Möglichkeiten, wenn man sich der Problematik differenziert und individualisiert annimmt.
MfG
Dr. Volker Schmiedel