„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Veganismus.“
Frei nach Karl Marx (Das Kommunistische Manifest)

Vegan ernähren

Oh je, spinnt der Autor jetzt komplett? Vegane Ernährung soll doch die gesündeste der Welt sein. Behaupten zumindest die Veganer. Und auch die Nicht-Veganer, die veganer Ernährung wegen ihrer fleischlichen Vorlieben kritisch gegenüber stehen, haben nicht selten ein schlechtes Gewissen bei der Befriedigung ihrer oralen Fleischeslust, weil sie insgeheim Veganer auch für die Gesünderen halten. Es tut mir furchtbar leid, aber diesen Zahn muss ich den Veganern ziehen.

Vegan ist doch gesund?

Zunächst einmal die guten Nachrichten (für den Veganer):

  • Vegetarier haben signifikant niedrigere Cholesterinspiegel. In einer Studie wiesen sie nur einen Spiegel von 172 mg/dl auf gegenüber Herzinfarkt induzierenden 206 mg/dl bei Fleischanhängern und immerhin noch grenzwertigen 190 mg/dl bei Vegetariern. Kardiologen halten einen Grenzwert von 200 mg bereits für lebensgefährlich und zücken schon mal den Rezeptblock, um uns mit cholesterinsenkenden Statinen zu beglücken (1).
  • Veganer sind schlanker. Laut einer britischen Studie an fast 40.000 Veganern, Carnivoren (die Fachbezeichnung für „Fleischfresser“), Fischessern und Vegetariern haben Veganer einen BMI von
  • 22,0 (Frauen) bzw. 22,5 (Männer), während die Fleischliebhaber schon fast übergewichtige 23,5 (Frauen) bzw. 24,4 (Männer) Werte aufweisen. Vegetarier und Fischesser liegen irgendwo dazwischen. Beim BMI (Body Mass Index) beginnt das Übergewicht bereits bei 25. Werte zwischen 22 und 23 sind geradezu ideal. Wenn das nichts ist: Veganer haben öfter Idealgewicht und kaum Übergewicht (2)!
  • Vegane Ernährung hilft den Blutdruck zu normalisieren. In einer wiederum britischen Studie (die sind uns bezüglich Veganismus schon ein paar Schritte voraus, „Die spinnen, die Briten.“ meinte ja bekanntlich schon der bekannte Gallier Obelix (3)) an 11.000 Versuchspersonen wiesen 12,1 % (Frauen) bzw. 15,0 % (Männer) der Fleischesser einen Herzinfarkt und vor allem Schlaganfall begünstigenden Bluthochdruck auf, während dies bei Veganern nur in beneidenswerten 5,8 % bzw. 7,7 % der Fall war. Vegetarier und Fischesser drückten sich wieder irgendwo dazwischen herum (4).
  • Vegane Ernährung verbessert die Blutzuckereinstellung. In einer amerikanischen Studie hat man Diabetiker nach den Ernährungsrichtlinien der Amerikanischen Diabetesgesellschaft eingestellt oder hat ihnen zu einer veganen Kost geraten. Nebenbei: Wir fürchten uns vor Schweinegrippe, AIDS und EHEC. Das sind alles keine schönen Krankheiten, aber die Spätkomplikationen der Volksseuche Diabetes werden mehr Menschen dahinraffen als die genannten Plagen zusammen. Die nach den herkömmlichen Richtlinien ernährten Diabetiker erzielten immerhin eine Senkung des Langzeitblutzuckerwertes HbA1c von 0,54 % (unter 6 % ist gut, über 7,5 % ist schlecht, eine Differenz von einem halben Prozent ist da wirklich nicht zu verachten). Die veganen Diabetiker lagen mit minus 0,96 % aber fast doppelt so gut. Das ist doch richtig süß – um im Genre Diabetes zu bleiben (5).

Das eigentliche Problem

Soweit zu den guten Nachrichten. Hierzu muss man allerdings anmerken, dass es sich dabei stets um so genannte Surrogatparameter handelt. Beispiel: Wenn ich mit einer Intervention (z.B. der Gabe eines rhythmusstabilisierenden Medikamentes die Häufigkeit von Rhythmusstörungen günstig beeinflusse, die Sterblichkeit an tödlichen Herzrhythmusstörungen aber nicht verändere oder sogar verschlechtere, wie dies in der Vergangenheit für Antiarrhythmika tatsächlich nachgewiesen wurde, dann habe ich zwar den Surrogatparameter Herzyrhythmusstörungen verbessert, aber nicht den eigentlich entscheidenden „harten Endpunkt“ Tod durch Herzrhythmusstörungen). Die Beeinflussung von Parametern wie Gewicht, Cholesterin, Blutzucker oder Bluthochdruck ist zwar interessant, aber nicht entscheidend. Wie sagte schon unser Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl so treffend: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt (6).“ Harte Endpunkte wie Herzinfarkte oder Gesamtsterblichkeit sind also viel wichtiger als bloße Laborwerte. Wir wollen ja Krankheiten beeinflussen und keine Laborkosmetik betreiben.

Knochen

Wie schaut es also mit Krankheiten bei Veganern aus? Fangen wir mit den Knochen an. Bis auf genau diese blamieren sich all diejenigen, die veganer Ernährung immer noch einen Schutz vor Krankheiten bescheinigen. Wahr ist vielmehr: Die Fassade (sprich: Gewicht, Cholesterin, Blutdruck, Zucker) wird zwar schön übertüncht. Die wichtigen Krankheiten wie Tod durch Herzinfarkt werden aber vermehrt. Na, danke schön! War es das, was der gutgläubige Veganer sich erwartet hatte?

osteoporose

Osteoporose: Vegane Ernährung ist ein klarer Risikofaktor dafür

Zurück zu den harten Tatsachen. Und da wären wir wieder beim Knochen, der ja hart und stabil sein soll. Ist er bei veganer Ernährung aber nicht. Diese macht nämlich nicht nur die Birne weich (dazu kommen wir später), sondern auch den Knochen. Eine britische Studie an fast 35.000 Briten fand eine 30 %ige Erhöhung des Risikos für Knochenbrüche im Vergleich zu Carnivoren, Pescivoren (Fischesser) und Vegetariern, die sich alle ziemlich gleich selten die Haxen brachen (7).

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Kommen wir nun zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, die beiden großen Killer in Mitteleuropa. Aufgrund der deutlich besseren Werte bei den Risikofaktoren und der höheren Zufuhr an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen (Krebsschutz) würden wir bei den Veganern hier doch eine deutlich geringere Sterblichkeit erwarten. Eine der größten Untersuchungen hierzu ist die so genannte Sieben-Tage-Adventisten-Studie 2. Dabei wurden 73.308 Teilnehmer in die fünf Gruppen Fleischesser, Flexitarier, Ovo-lakto-Vegetarier, Pesco-Vegetarier und Veganer eingeteilt. Das Sterberisiko bei einer bestimmten Krankheit wurde bei den Fleischessern mit dem Wert 1 festgelegt und die Risiken der anderen Gruppen wurden damit verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass die Veganer beim Herztod nicht besser als die Fleischesser lagen, sondern mit 1,39 deutlich schlechter. Veganer starben also fast 40 % mehr am Herzinfarkt! Fairerweise muss man sagen, dass dies nur für die Veganerinnen, nicht aber für die männlichen Veganer galt. Dies könnte daran liegen, dass die Fallzahlen bei den männlichen Veganern einfach zu klein waren. Es gibt keine genauen Untersuchungen, aber es gibt wohl zwei- bis viermal so viele weibliche wie männliche Veganer. Innerhalb von 5 Jahren Untersuchungszeitraum sind es eben absolut so wenige Herztodesfälle bei den Männern, dass Unterschiede dann leicht dem Zufall geschuldet sein können. Interessanterweise lagen hier die Fischesserinnen mit 0,51 beim Herztod am günstigsten. Das Risiko war bei ihnen also nahezu halbiert. Das Risiko war für die Veganerinnen sogar 2,7mal so hoch wie den Fischesserinnen. Auch beim Todesrisiko durch andere Herzkreislauferkrankungen (z.B. Herzschwäche, Schlaganfall) lagen die Veganerinnen mit 1,18 fast 20 % schlechter als die Fleischesserinnen, wobei auch hier die Fischesserinnen mit 0,9 am günstigsten lagen.

Krebs

Schützt vegan wenigstens vor Krebs? Mit einem Risiko von 0,99 lagen die Veganerinnen hier praktisch auf dem Niveau der Fleischesserinnen. Die anderen Vegetariergruppen lagen dabei mit ca. 0,85 alle gleich gut und viel günstiger als die Fleischesserinnen oder die Veganerinnen. Wenn Frau sich also mit Ernährung vor Krebs schützen möchte, dann ist eine vegetarische Ernährung nach diesen Daten durchaus hilfreich – nicht aber die vegane Kost (8)!

vegane Ernährung

Vegane Ernährung enthält viele gesunde Stoffe –
schützt aber nicht vor Krebs und erhöht das Herzinfarktrisiko

Woran liegt das? Veganer haben doch weniger Cholesterin, dafür aber mehr Ballaststoffe, mehr anti-oxidative Vitamine und mehr sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe im Essen. Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sind beispielsweise das Lycopin aus der Tomate, die Anthocyane aus den roten Weintrauben oder Flavonoide aus dem Kakao. Sie schützen die Gefäße und vor Krebs. Veganer liegen hier viel besser als die Carnivoren, vermutlich auch besser als andere Vegetarier. Also müssen es andere Faktoren sein, die im veganen Essen vorhanden sind oder eben auch fehlen und die die anderen Vorteile veganer Nahrung nicht nur aufheben, sondern sogar ins Gegenteil verkehren.

Homocystein

Einer dieser Faktoren, bei denen Veganer deutlich schlechter dastehen, ist das Homocystein. Dabei handelt es sich um eine Aminosäure, aus denen wir aber kein Eiweiß bauen können, sondern welches ständig im Stoffwechsel entsteht. Es muss sofort wieder abgebaut werden, da es toxisch auf die Gefäße wirkt. Auch Demenz geht mit erhöhten Homocysteinspiegeln einher. In einer Studie (9) hatten Fleischesser ein Homocystein von 8,8, Ovo-lacto-Vegetarier hatten 10,6 und Veganer sogar im Durchschnitt 12,8 µmol/l. Als optimal wird ein Wert unter 10 angesehen. Werte über 12 µmol/l werden als ungünstig angesehen. Während nur 16 % der Carnivoren diesen Grenzwert überschritten, waren dies bei den Vegetariern schon 38 % und bei den Veganern sogar 67 %. Erhöhtes Homocystein ist also bei Veganern eher die Regel als die Ausnahme. Wie kommt es dazu?

Homocystein wird mit Hilfe der Vitamine Folsäure, B6 und B12 abgebaut. Bei Folsäure und bei B6 besteht bei den Veganern überhaupt kein Problem. Eine Kette ist aber nur so stabil wie ihr schwächstes Glied. Und das ist bei den Veganern und beim Homocystein nun einmal das Vitamin B12.

hase

Koprophagie sichert die Vitamin B12-Versorgung der süßen, kleinen, veganen Nager

Omega-3

Der andere wichtige Faktor für das Herz sind die Omega-3-Fettsäuren, speziell die maritimen Omega-3-Fettsäuren. Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus Leinsamen, Raps, Hanf oder Chia) sind zwar besser als Omega-6-Fettsäuren, aber sie haben nicht die anti-entzündlichen Wirkungen, die das Herz schützen und Krebs vermeiden helfen. Verglichen mit denen, die einmal in der Woche Fisch essen, haben Menschen, die täglich Fische essen (oder entsprechende Mengen Omega-3-Fettsäuren zuführen) ein Herzinfarktrisiko, welches nur halb so hoch ist. Eine gute Versorgung mit Omega-3 bedeutet außerdem eine Verminderung des Risikos von tödlichen Herzrhythmusstörungen um ganze 90 % (10). In einer aktuellen Übersichtsarbeit (11) wird klar herausgestellt, dass Omega-3-Fettsäuren einen Krebsschutz darstellen. Zahlreiche Studien ergaben für verschiedene Krebsarten bei gutem Verzehr von Fischen ein um ¼ bis ¾ vermindertes Risiko. Eine der größten Studien ist die EURAMIC-Studie in fünf europäischen Ländern, bei der die Forscher im Drittel mit dem höchsten Konsum an Omega-3-Fettsäuren ein um 2/3 (!) vermindertes Risiko für Brustkrebs fanden (12).

Diese Schutzwirkungen fehlen den Veganern, die sich dadurch einem hohen Risiko für schwere Krankheiten aussetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Risiken durch die Mangelzustände oft erst nach vielen Jahren bemerkbar machen. Es gibt aber bisher nur sehr wenige Veganer, die ihre gesundheitsschädigende Lebensweise seit mehr als fünf oder gar zehn Jahren praktizieren. Bei den rapiden Zuwachszahlen von Veganern ist davon auszugehen, dass die meisten erst seit ein bis drei Jahren vegan leben. In dieser Zeit verspüren Sie zwar die Vorteile durch Gewichtsabnahme, Blutdrucksenkung etc., die Nachteile durch die Nährstoffmangelzustände machen sich aber noch nicht bemerkbar. So ist damit zu rechnen, dass viele Krankheiten und Komplikationen erst nach zehn oder mehr Jahren eintreten werden.

Demenz

Beispiel Demenz: Es gibt sehr klare Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Homocysteinspiegeln sowie einer guten Omega-3-Versorgung und dem Auftreten bzw. Fortschreiten von Demenz (13). Veganer sind also denkbar schlecht aufgestellt, was den Schutz ihrer geistigen Kapazität im Alter angeht! Warum macht sich das jetzt noch nicht bemerkbar? Nun ja, kennen Sie 80jährige Veganer? Der Durchschnittsveganer ist die junge Frau, die erst seit wenigen Jahren diesen selbstschädigenden Raubbau an ihrer Gesundheit und ihrem Verstand betreibt. Bis die Probleme offenbar werden, dauert es noch Jahre, vielleicht Jahrzehnte. Wenn die Wissenschaftler die klinischen Zusammenhänge zwischen vegan ausgelösten Nährstoffmängeln und geistigem Abbau zweifelsfrei bewiesen haben, wird es für hunderttausende heute bestenfalls naive, dann aber demente Menschen zu spät sein.

Nicht gesichert

Ok, meine Überlegungen sind spekulativ, aber sehr plausibel. Alle heutigen Veganer nehmen an einem gigantischen Langzeitexperiment als freiwillige Versuchskaninchen teil. Kaninchen trifft es in diesem Fall wirklich gut, da diese sympathischen Kleinsäugetiere ja auch Veganer sind. Die Kaninchen sind allerdings schlauer als ihre menschlichen Nachahmer: Sie wissen wenigstens, wie sie einen Vitamin B12-Mangel vermeiden. Das mögen die Veganer jetzt nicht so gerne hören, aber eine koprophage Ernährung schützt vor Vitamin B12-Mangel. Kaninchen und Menschen bilden im Dickdarm zwar tatsächlich mit Hilfe von Darmbakterien Vitamin B12. Das Blöde ist, dass B12 nur im Dünndarm resorbiert wird – und der Dickdarm liegt nun mal hinter dem Dünndarm, so dass das schöne, von unseren kleinen Helfern im gebildete Vitamin B12 leider ungenutzt in der Toilettenschüsseln landet. Die Kaninchen fressen einfach (pardon!) ihre eigene Scheiße, um dem Vitamin B12-Mangel zu entgehen. Wohl bekomm´s. Außerdem fressen sie in freier Wildbahn viele Omega-3-reiche Gräser und Kräuter. Ich kann meine Behauptungen zur Entstehung und Förderungen von Krankheiten durch vegane Ernährung (noch) nicht beweisen – es gibt bisher „nur“ Hinweise aus Studien, physiologische Überlegungen und meine eigene klinische Erfahrungen.

Hier die Liste von Krankheiten, die langfristig durch vegane Ernährung wahrscheinlicher auftreten könnten:

  • Krebs
  • Arteriosklerose (Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • Demenz (durch Gefäßkrankheiten oder Alzheimer)
  • Autoimmunkrankheiten (z.B. Asthma, Neurodermitis, Rheuma)
  • Neurologische/psychische Krankheiten (z.B. MS, ADS/ADHS, Depression)
  • Osteoporose mit der Gefahr von Knochenbrüchen

Dies bedeutet, dass praktisch alle unser Gesundheitssystem im Allgemeinen und die individuelle Gesundheit im Einzelnen bedrohenden Krankheiten durch vegane Ernährung gefördert werden. Vegane Ernährung stellt einen Risikofaktor für unsere Gesundheit dar, der dem Zigarettenrauchen vermutlich in nichts nachsteht!

Neben Vitamin B12 und Omega-Fettsäuren haben Veganer eine noch schlechtere Vitamin D-Versorgung als die auch nicht gerade mit Vitamin D gesegneten Omnivoren. Mit Zink sieht es ebenfalls schlechter als, aber die durchschnittlichen Werte befinden sich noch im Bereich der Zufuhrempfehlung. Das heißt aber, dass es trotzdem mehr Veganer im Zinkmangel gibt als bei den „Allesfressern“. Mit dem Selen schaut es wieder bei beiden Gruppen gruselig aus, aber die Veganer sind geradezu unterirdisch mit Selen versorgt, welches für das Immunsystem bei Autoimmunkrankheiten aber auch bei Krebs ganz entscheidend ist (14):

nährstoffe vegan omnivor

Die Hälfte meiner veganen Patienten mit Omega-3-abhängingen Krankheiten konnte ich immerhin zur Einnahme von Fischöl überreden, die anderen waren diesbezüglich beratungsresistent und wollten lieber weiter krank bleiben als von ihren ehernen Ernährungsgrundsätzen auch nur ein Jota abzuweichen. Für diese gibt es jetzt aber eine gute Nachricht: Seit kurzem gibt es ein qualitativ hochwertiges und wohlschmeckendes Algenölpräparat, so dass Veganer jetzt bequem ihre EPA/DHA-Versorgung auch vegan sichern können.

aufgeschnappt und kommentiert – aufgeschnappt und kommentiert

Fleischbezeichnungen auf veganen Produkten

Der deutsche Ernährungsminister hält Fleischbezeichnungen auf vegetarischen oder veganen Produkten für irreführend und tritt für ein Verbot ein.

Der deutsche Ernährungsminister Christian Schmidt will Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Produkte künftig verbieten. Begriffe wie „vegetarisches Schnitzel“ oder „vegane Currywurst“ seien „komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher“, sagte der konservative Politiker der „Bild“-Zeitung.

Er setze sich dafür ein, „dass sie im Sinne einer klaren Verbraucherkennzeichnung verboten werden“. Schmidt argumentierte, die Anbieter dürften nicht „bei diesen Pseudo-Fleischgerichten so tun, als ob es Fleisch wäre“. Er forderte die Hersteller zu neuen Namen auf: „Ich bin mir sicher, dass sich die Hersteller künftig eigene Namen für ihre pflanzlichen Produkte überlegen werden.“
28.12.2016 | 05:53 | (Quelle: DiePresse.com)

vegane currywurst

Vegane Currywurst – bald verboten?

Dr. med. Quintus Querulantius merkt hierzu an: Es geht natürlich nicht um das Verbot dieser Lebensmittel, sondern aus Verbraucherschutzgründen sollen die Bezeichnungen verboten werden. Ja, wieso das denn? Glauben unsere deutschen Politiker allen Ernstes, Fleischliebhaber würden irrtümlicherweise zu den Fleisch-Fakes greifen und dann gesundheitliche Schäden durch Fleischmangel erleiden?

Nahezu alle Ernährungswissenschaftler sind sich einig, dass in Deutschland im Durchschnitt immer noch zu viele Fleisch- und Wurstwaren verzehrt werden. Der Volksgesundheit ginge es bezüglich fast aller Zivilisationskrankheiten von Herzinfarkten über Autoimmunkrankheiten bis zum Krebs vermutlich deutlich besser, wenn der Konsum drastisch eingeschränkt würde. Was machen aber die Politiker, die sogar einen Eid geschworen haben, dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen? Sie ergreifen keine Maßnahmen, um den horrenden Fleischkonsum auf ein gesundes Maß herunterzuschrauben, sondern wollen stattdessen die Bezeichnungen für vegane Lebensmittel verbieten.

Ich bin nun wirklich kein Freund der veganen Lebensweise. Ich halte sie für eine Mangelernährung, wenn sie konsequent durchgeführt wird. Eingefleischte Veganer (geht das überhaupt?) haben langfristig hohe Gesundheitsrisiken (s.o.). Ich bin auch kein großer Freund der „Fleischersatzprodukte“. Sie sind ja mehr oder weniger künstlich und entsprechen, auch wenn sie vegetarisch sind, nicht gerade den Grundsätzen einer naturbelassenen Vollwerternährung. Aber ich kämpfe entschieden dafür, dass der Veganer und der Vegetarier (und warum nicht auch mal der Carnivore) seine Currywurst, sein Schnitzel oder seine Frikadelle aus Soja oder Getreide verzehren darf!

Und wenn wir schon beim Verbieten von irreführenden Bezeichnungen sind: Ist es nicht eine Irreführung der Verbraucher, wenn Kaiserschmarrn kein Stückchen Kaiser enthalten? In Bayern werden Frikadellen ja als Fleischpflanzerl bezeichnet, was die Gefahr beinhaltet, dass möglicherweise ein des Bayrischen unkundiger preußischer Vegetarier dieses möglicherweise als vegetarische Speise verzehrt. Und auch die Pool-Nudel sollte als Bezeichnung verboten werden, um ja nicht das Risiko einzugehen, dass Pasta liebende Kinder die arme Pool-Nudel anknabbern. Man könnte die Liste von Irreführungen endlos fortsetzen…

Liebe deutsche Politiker: Geht es eigentlich noch? Habt Ihr denn gar keine anderen Probleme? Löst bitte das vegetarische Currywurst-Problem so schnell wie möglich. Ich bin dafür, dass ein Veganer weiter seine pflanzliche Currywurst essen darf. Zur Not könnte ich aber auch damit leben, dass er eben zukünftig seinen veganen Curry-Gemüse-Schlauch oder ein Produkt mit einer ähnlich dummen Bezeichnung verzehren muss. Nur löst das Problem rasch, damit ihr Euch dann bald so Nebensächlichkeiten wie Terrorgefahr oder Einwanderungsproblematik zuwenden könnt. Das ist mein Neujahrswunsch für 2017 an die Politik!

Mit polemischen Grüßen,
Dr. Quintus Querulantius

P.S.: Oh, jetzt habe ich ja sogar eine Lanze für die Veganer gebrochen. Da muss jetzt aber noch eine Spitze kommen. Greifen wir doch den Titel „Ein Gespenst geht um in Europa“ noch einmal auf. Die zwar absolut immer noch kleinen, aber relativ doch beachtlichen Zuwachszahlen bei den Veganern lassen schon die Vermutung eines Hype oder eben eines Gespenstes, wie man früher sagte, aufkommen. Und mit dem Kommunismus hat der Veganismus tatschlich den dogmatischen Idealismus gemein, der nur noch vom religiösen Fundamentalismus überboten wird – jedenfalls erlebe ich viele Veganer so. Es geht eben um weit mehr als „nur Ernährung“. Viele sind tatsächlich „Esstremisten“. Und wie jeder Extremismus ist auch dieser nicht ganz ungefährlich.

aufgeschnappt und kommentiert – aufgeschnappt und kommentiert

Fazit

Auch wenn Veganer viel Lein-, Rapsöl oder Chiasamen zu sich nehmen, sind EPA/DHA meist grottenschlecht, weil die Umwandlung im Körper nur sehr schlecht ist. Der berüchtigte Eisenmangel ist bei Veganern übrigens nicht viel häufiger als bei anderen Menschen, meist sind ebenso wie den Carmivoren junge Frauen betroffen. Der Veganer sollte daher den Fettsäurestatus, Homocystein, Vitamin B12 und D, Zink, Selen und Ferritin (Eisenspeicher) überprüfen lassen und ggf. einen Mangel mit entsprechenden Nahrungsergänzungen substituieren – dann kann vegane Ernährung tatsächlich die gesündeste der Welt sein!

Literaturliste – für alle, die wissenschaftlich tiefer bohren und die wissenschaftlichen Quellen erkunden möchten, unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed können Sie die Abstracts (in Englisch) nachlesen und manchmal auch Links zu den Originalarbeiten finden:

  1. Bradbury KE, Crowe FL, Appleby PN, Schmidt JA, Travis RC, Key TJ: Serum concentrationsofcholesterol, apolipoprotein A-I andapolipoprotein B in a total of 1694 meat-eaters, fish-eaters, vegetariansandvegans. Eur J ClinNutr. 2014 Feb;68(2):178-83. doi: 10.1038/ejcn.2013.248. Epub 2013 Dec 18.
  2. Spencer EA, Appleby PN, Davey GK, Key TJ: Dietandbodymassindex in 38000 EPIC-Oxford meat-eaters, fish-eaters, vegetariansandvegans. Int J ObesRelatMetabDisord. 2003 Jun;27(6):728-34.
  3. Goscinny A, Uderzo R: Asterix bei den Briten. Egmont Verlag, Berlin/Köln. 14.3.2013
  4. Spencer EA, Appleby PN, Davey GK, Key TJ: Dietandbodymassindex in 38000 EPIC-Oxford meat-eaters, fish-eaters, vegetariansandvegans. Int J ObesRelatMetabDisord. 2003 Jun;27(6):728-34.
  5. Barnard ND, Cohen J, Jenkins DJ, Turner-McGrievy G, Gloede L, Jaster B, Seidl K, Green AA, Talpers S: A low-fat vegan dietimprovesglycemiccontrolandcardiovascularriskfactors in a randomizedclinicaltrial in individualswith type 2 diabetes. Diabetes Care. 2006 Aug;29(8):1777-83.
  6. Während einer Pressekonferenz am 31. August 1984; zitiert in DER SPIEGEL, 3. September 1984
  7. Appleby P, Roddam A, Allen N, Key T: Comparativefracturerisk in vegetariansandnonvegetarians in EPIC-Oxford. Eur J ClinNutr. 2007 Dec;61(12):1400-6. Epub 2007 Feb 7.
  8. Michael J. Orlich, Pramil N Singh, Joan Sabaté, Karen Jaceldo-Siegl, Jing Fan, SynnoveKnutsen,W. Lawrence Beeson, Gary E. Fraser: VegetarianDietary Patterns andMortality in Adventist Health Study 2. JAMA Intern Med. 2013 Jul 8; 173(13): 1230–1238.
  9. Herrmann W, Schorr H, Obeid R, Geisel J:Vitamin B-12 status, particularlyholotranscobalamin II andmethylmalonicacidconcentrations, andhyperhomocysteinemia in vegetarians. Am J ClinNutr 2003;78:131–6
  10. Harris, WS: Omega-3 fettyacidsandcardiovasculardisease: A casefor omega-3 indexas a newriskfactor. Pharmacologocal Research 55 (2007) 217-223
  11. Laviano A, Rianda S, Molfino A, Rossi Fanelli F: Omega-3 fattyacids in cancer. CurrOpinClinNutrMetab Care. 2013 Mar;16(2):156-61. doi: 10.1097/MCO.0b013e32835d2d99.
  12. Simonsen N, van’tVeer P, Strain JJ, Martin-Moreno JM, Huttunen JK, Navajas JF, Martin BC, Thamm M, Kardinaal AF, Kok FJ, Kohlmeier L: Adiposetissueomega-3and omega-6 fattyacidcontentandbreastcancer in the EURAMIC study. European Community Multicenter Study on Antioxidants, MyocardialInfarction, andBreast Cancer. Am J Epidemiol. 1998 Feb 15;147(4):342-52.
  13. Jernerén F, Elshorbagy AK, Oulhaj A, Smith SM, Refsum H, Smith AD: Brain atrophy in cognitivelyimpairedelderly: theimportanceoflong-chain ω-3 fattyacidsand B vitaminstatus in a randomizedcontrolledtrial. Am J ClinNutr. 2015 Jul;102(1):215-21. doi: 10.3945/ajcn.114.103283. Epub 2015 Apr 15.
  14. Larsson CL, Johansson GK: Dietary intake and nutritional status of young vegans and omnivores in Sweden. Am J Clin Nutr. 2002 Jul;76(1):100-6.