Quizfrage:

Wie hoch ist das Risiko für einen plötzlichen Herztod bei einem Omega-3-Index von unter 4 % im Vergleich zu einem solchen von über 8 %?
 
  1. Verdoppelt
  2. Verdreifacht
  3. Verfünffacht
  4. Verzehnfacht

    Zitat des Monats

    „No sports.“

    Winston Churchill

    Das soll der englisch Premierminister auf die Frage geantwortet haben, warum er so alt geworden ist (er starb trotz hohen Whiskey- und Tabakkonsums im zarten Alter von über 90 Jahren). Dabei war er in seiner Jugend durchaus sehr sportaffin gewesen. Er betätigte sich u.a. als Fechter, Reiter und Polo-Spieler (https://de.wikipedia.org/wiki/No_Sports). Er war aber ein Gegner des Wettkampsports. Als amüsantes Hobby hatte er nichts dagegen.

     

    Warum sterben Sportler?

    Wir schreiben den Juni 2021 und vor wenigen Tagen wurden all diejenigen, die das Fußball-EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland gesehen haben, Augenzeugen eines medizinischen Notfalls. Der dänische Spieler Christian Eriksen kollabierte vor aller Augen im Stadion und an den Bildschirmen und wurde vor laufenden Kameras reanimiert und defibrilliert.

    Er hat das Riesenglück gehabt, dass dies während eines Spieles stattfand, wo Sanitäter, Ärzte und ein Defibrillator zugegen waren. Im Training hätte er das vermutlich nicht überlebt! Ist das nur ein Einzelfall oder kommt dies öfter vor. Nun gibt es immer wieder mal Berichte von meist jungen Männern, die zu Tode kommen – meist nach einer kleinen Erkältung, nach der zu früh wieder mit dem Sport begonnen wurde, ohne die Myokarditis (Herzmuskelentzündung) zu bemerken, die sich aus dem viralen Infekt entwickelt hat. Wenn ältere Männer betroffen sind, handelt es sich meist um ein Kammerflimmern, welches sich bei einem akuten Herzinfarkt auf der Grundlage einer bisher nicht bekannten KHK (Koronare Herzkrankheit) eingestellt hat.

    Eine prospektive 21 Jahre dauernde Studie (Corrado D, Basso C, Rizzoli G, Schiavon M, Thiene G: Does sports activity enhance the risk of sudden death in adolescents and young adults? J Am Coll Cardiol. 2003 Dec 3;42(11):1959-63.) hat untersucht, wie oft es zu solchen Ereignissen kommt (SHD = sudden heart death = plötzlicher Herztod). Die Forscher haben dabei mehr als 1 Million Nicht-Sportler mit mehr als 100.000 Athleten verglichen. Bei den Nicht-Sportlern gab es 0,9 Todesfälle aufgrund von SHD, bei den Sportlern hingegen 2,3 – in jedem Jahr pro 100.000. Die Differenz von 1,4 müsste man dann auf alle Sporttreibenden hochrechnen, dann kommt man schon auf erkleckliche Zahlen. Besonders wenn man bedenkt, dass ein junger Mensch vielleicht 60 Jahre seiner erwarteten Lebensspanne verliert, ein 70jähriger, der einem Kammerflimmern im Rahmen eines Herzinfarktes zum Opfer fällt, aber “nur” etwa 10 Jahre verliert. Fast 90 % aller Todesfälle traten bei den Sportlern während oder kurz nach der körperlichen Belastung auf, bei den Nicht-Sportlern waren es nur etwa 10 %.

    Der Satz „Sport ist Mord!“ hat also doch seine Gültigkeit, weil bei den Sportlern ja eine Ursächlichkeit angenommen werden muss? Aus zwei Gründen kommt hier ein ganz klares Nein:

    • Durch die sportliche Tätigkeit werden über eine Vermeidung oder Verringerung von Risikofaktoren ein Vielfaches der Menschenleben gerettet, die den oben beschriebenen Ereignissen zum Opfer fallen. Sportler haben bessere Lipide, niedrigeren Blutdruck, geringeres Körpergewicht, rauchen auch weniger, ernähren sich meistens gesünder und haben höhere Myokin-Spiegel. Myokine sind Muskelhormone, die u.a. Herz, Gefäße und Gehirn schützen. Moderater Ausdauersport weist mit Sicherheit ein sehr günstiges Nutzen-Risiko-Profil auf.
    • Der Sport war in diesen Fällen des plötzlichen Herztodes sicher nicht die Ursache, sondern nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Nur wenn eine Myokarditis mit einem dadurch leichter irritierbaren elektrischen Leitungssystem im Herzen mit einer starken physischen und psychischen Belastung (vermehrte Ausschüttung von ebenfalls Herzrhythmusstörungen begünstigenden Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin) zusammentrifft, besteht eine deutliche erhöhte Gefahr.

     
    Studiendaten deuten darauf hin, dass eine schlechte Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren das Risiko weiterhin massiv erhöht (siehe auch Studie des Monats). Aus anderen Untersuchungen wissen wir außerdem, dass Langläufer, deutsche Wintersportler und amerikanische Footballspieler so gut wie nie optimale Omega-3-Spiegel aufweisen, viele haben eine schlechte Versorgung und nicht wenige haben so katastrophale schlechte Werte wie diejenigen im schlechtesten Viertel in der Studie des Monats.

    Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung an Fußballspielern (oder anderen Sportlern), die Omega-3 gemessen und dann geschaut hat, wie viele mit welchen Omega-3-Spiegeln dem plötzlichen Herztod erlegen sind. Eine solche Studie müsste sehr lange dauern, müsste viele, viele Probanden beinhalten und wäre viel zu aufwändig und teuer.

    Wenn man aber die einzelnen Aspekte zusammenfügt, so gelangt man zu der Vermutung, dass eine schlechte Omega-3-Versorgung zum Risiko für den sudden heart death bei Sportlern beitragen könnte.

    Es ist zugegebenermaßen spekulativ, aber zusammen mit einer leichten Myokarditis könnte auch beim Fußballer Eriksen eine schlechte Omega-3-Versorgung zu diesem beinahe fatalen Ereignis geführt haben. Die Omega-3-Spiegel hätten mich in diesem Fall sehr interessiert, aber leider messen Kardiologen diesen wichtigen Parameter nicht.

    Ausführliche Einzelheiten hierzu erfahren Sie in meinem Youtube-Video „Warum sterben Sportler?“. Gute Omega-3-Produkte sowie Links zu Laboren, die Fettsäureanalysen durchführen (bitte keine Serum-Analyse durchführen lassen, siehe auch https://youtu.be/TDCeOClzm6s).

    Mit herzlichen Grüßen (im wahrsten Sinne des Wortes),

    Dr. Volker Schmiedel

    Studien des Monats

    Harris, WS: Omega-3 fetty acids and cardiovascular disease: A case for omega-3 index as a new risk factor. Pharmacologocal Research 55 (2007) 217-223
     
    Link zur Originalarbeit: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1899522/
     
    Harris hat zusammen mit von Schacky (bei einem Glas Bier, persönliche Mitteilung von Prof. von Schacky) den Omega-3-Index erfunden. Er stellt die Summe der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus maritimen Quellen im Verhältnis zu allen Fettsäuren dar. Er ist mittlerweile ein wichtiger Parameter in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen zu Omega-3 geworden. In der Studie des Monats werden wichtige Omega-3-Studien zitiert.
     
    In einer Arbeit (Siscovick DS, Raghunathan TE, King I, Weinmann S, Wicklund KG, Albright J, Bovbjerg V, Arbogast P, Smith H, Kushi LH, Cobb LA, Copass MK, Psaty BM, Lemaitre R, Retzlaff B, Childs M, Knopp RH. Dietary intake and cell membrane levels of long-chain n-3 polyunsaturated fatty acids and the risk of primary cardiac arrest. J Am Med Assoc. 1995;274:1363–7.) wurde der Omega-3-Index mit dem Auftreten des sudden heart death verglichen. Das Viertel mit dem durchschnittlichen Index von 3,9 % hatte zehnmal so viel Ereignisse wie das Viertel mit dem durchschnittlichen Omega-3-Index von 7,3 %. 10x so viel! Das sind 1000 %! Solche Zahlen kommen normalerweise in medizinischen Untersuchungen nicht vor! Die Graphik dazu finden Sie in der linken Hälfte der Abbildung.
     
    In einer anderen Arbeit (Albert CM, Campos H, Stampfer MJ, Ridker PM, Manson JE, Willett WC, Ma J. Blood levels of long-chain n-3 fatty acids and the risk of sudden death. N Engl J Med. 2002;346:1113–8.) wurde der Omega-3-Index mit dem Auftreten von Herzstillstand verglichen (der muss noch kein Todesurteil bedeuten, ist aber nahe dran). Dabei hatten diejenigen mit einem Omega-3-Index von 3,3 % zehnmal so häufig einen Herzstillstand wie diejenigen mit einem Index von 6,3 %. Die Graphik dazu finden Sie in der rechten Hälfte der Abbildung.
     
    Daraus ergibt sich der Schluss, dass ein Omega-3-Index von unter 4 % tunlichst zu vermeiden und ein solcher von über 8 % möglichst anzustreben ist. Leider nehmen die meisten Kardiologen diese Daten immer noch nicht zur Kenntnis!

    Bild2

    Dr. Lown war Kardiologe und hat mit der Erfindung des Defibrillators zahlreichen Menschen das Leben gerettet. Er hat als konventioneller Kardiologe nach der Beendigung seiner Karriere interessante Einsichten gewonnen. Er wirft sich selbstkritisch sogar vor, dass er mit seiner Tätigkeit und seinen Erfolgen der Technikgläubigkeit in der Medizin Vorschub geleistet und zur Vernachlässigung des „Heilens“ beigetragen hat. Die Beschäftigung mit der „verlorenen Kunst des Heilens“ sollte eine Pflichtlektüre für jeden Medizinstudenten, Arzt, Therapeuten, Mitarbeiter der Krankenhausadministration und von Krankenkassen werden. Interessierte Laien werden dieses oftmals anekdotisch verfasste Buch auch mit Gewinn lesen.

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    aufgeschnappt und kommentiert

    Never whisper in the presence of wrong!

    Dr. med. Quintus Querulantius merkt hierzu an:
     
    Diese Glosse ist dem Kardiologen Bernard Lown gewidmet. Er hat als Arzt den Defibrillator erfunden, der ein Kammerflimmern beenden und somit Menschenleben retten kann. Er hätte dafür den Nobelpreis für Medizin verdient gehabt, hat aber einen ganz anderen bekommen.
     
    Zusammen mit seinem russischen Kollegen Jewgenij Chazov gründete er 1980 die IPPNW (International Physician for the Prevention of Nuclear War). Als blockübergreifende Organisation konnten sie Reagan und Gorbatschow davon überzeugen, dass Ärzte im Falle eines Atomkrieges nicht werden helfen können: „Die Lebenden werden die Toten beneiden!“ Es gibt keinerlei kausale Therapie im Falle einer Verstrahlung – Opiate gegen die Schmerzen und Kochsalzinfusionen geben die Flüssigkeitsverluste wirken nur symptomatisch, abgesehen davon, dass bei Anfall von hunderttausenden bis Millionen Patienten nur ein Bruchteil der benötigten Medikamente vorhanden sind.
     
    Immerhin erreichte die IPPNW, dass erste Schritte zur Abrüstung von Atomwaffen eingeleitet wurden, wofür Lown und Chazov 1985 verdientermaßen den Friedens-Nobelpreis bekamen. Das ist alles Geschichte und derzeit sind die Amerikaner (unter Trump, von Biden habe ich dazu noch wenig vernommen) und die Russen wieder dabei, ihr Atomwaffenarsenal zu modernisieren bzw. aufzurüsten.
     
    Was hat das nun alles mit unserer heutigen Zeit zu tun? Lowns persönliche Ansichten von Medizin und einer gelingenden Arzt-Patienten-Beziehung sind auch und gerade heute noch hoch aktuell. Er vermittelt eine geradezu ganzheitliche Sichtweise, die man einem Kardiologen, der an der Spitze des technischen Fortschritts stand, so gar nicht zugetraut hätte.
     
    Sein Interesse galt immer dem einzelnen Patienten, aber auch der Gesellschaft, ja der gesamten Menschheit, wie sein engagiertes Eintreten für die Abschaffung der Atomwaffen weltweit belegt. So sagte er auf einem Kongress in Montreal 1988: „Wenn wir uns durchsetzen wollen, dürfen wir in Gegenwart von Herausforderungen niemals delegieren und in Gegenwart von Unrecht niemals flüstern!“
     
    Leider hat die Menschheit bzw. die Atommächte diesen Weg nicht weiter beschritten. Ok, das ist nicht ganz richtig: Am 24.10.2020 hatten 84 Staaten der Erde einen Vertrag der UNO unterzeichnet, der Atomwaffen verbietet, und 50 haben ihn ratifiziert, was dazu führte, dass am 22.1.2021 der Atomwaffenverbotsvertrag offiziell in Kraft trat.
     
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Atomwaffenverbotsvertrag
     
    Haben Sie das gewusst, dass Atomwaffen weltweit verboten sind? Haben Sie davon im Fernsehen gehört, haben Sie das in der Zeitung gelesen? Wahrscheinlich nicht, darüber möchten wir hier lieber nicht reden. In Mitteleuropa war nur Österreich bei den Unterzeichnern, Deutschland und die Schweiz hingegen nicht.
     
    Dass die Atomwaffenmächte wie USA, Russland, China, Indien, Frankreich, Israel und weitere kein Interesse daran haben, dass diese schrecklichen Waffen, die die Menschheit mehrfach ausrotten können, verboten werden, kann man ja noch nachvollziehen, aber Deutschland? In Deutschland lagern immer noch Atomwaffen der Amerikaner in Rheinland-Pfalz. Ein souveräner Staat könnte fordern, dass diese so lange nach dem zweiten Weltkrieg endlich abgezogen werden. Ich glaube, dass die Mehrheit der Bevölkerung das auch begrüßen würde. Aber Deutschland – und hier spreche ich vom Staat, von der Regierung, den Parteien oder wer immer dafür verantwortlich ist – will das gar nicht. Im Gegenteil: Deutschland hat eine nukleare Teilhabe. Das bedeutet, dass im Falle eines Atomkrieges deutsche Kampfflugzeuge Atombomben über feindlichem Gebiet abwerfen dürfen. Das wollen wir uns doch nicht nehmen lassen oder?
     
    Der Gebrauch, die Herstellung, ja, schon die Lagerung und die Androhung, Atomwaffen einzusetzen sind ein Verbrechen an der Menschheit. Deutsche Politiker – jedenfalls die entscheidende Mehrheit von ihnen – könnten ein Symbol setzen, indem sie sich dem UNO-Verbot anschließen und für den Abzug von Atomwaffen aus Deutschland votieren. Tun sie aber nicht, sie sorgen vielmehr dafür, dass die Bundeswehr weiterhin das fragliche Vergnügen hat, sich am nächsten Atomkrieg beteiligen zu dürfen. Ich finde, dass das eine Schande ist!
     
    Jetzt werden einige fragen: Was will der Querulantius denn? Wir haben im Moment doch ganz andere Sorten! Ja und nein, gegen einen Atomkrieg, der immer noch wie ein Damoklesschwert über uns hängt, ist die Corona-Pandemie ein winziger Mückenstich. Und es geht gar nicht um die Menschen, die die direkten Opfer eines Atomkrieges wären, sondern um die ganze Menschheit.
     
    Ein Beispiel gefällig? Indien und Pakistan stehen sich seit Jahrzehnten unversöhnlich gegenüber. Das ist ein Pulverfass, bei dem ein Funken genügt, um es zum Explodieren zu bringen. Na und, kann man zynisch einwenden, dann sterben halt ein paar hundert Millionen Inder und Pakistaner, was schert es uns? Ganz einfach: Wenn genügend Atomwaffen irgendwo auf der Welt explodieren, wird so viel Rauch und Staub in die Atmosphäre gepustet, dass es weltweit einen nuklearen Winter geben wird. Die Temperatur wird um mehrere Grad sinken, Ernten werden ausfallen, der größte Teil der Menschheit – und zwar überall – wird einfach verhungern.
     
    Warum scheint uns das nicht zu interessieren? Na ja, Corona oder das Ausscheiden der der deutschen Fußballnationalmannschaft aus der EM sind doch viel wichtiger. Es scheint auch keiner zu bemerken, dass die Verteidigungsausgaben einfach so weitergehen, obwohl wir das Geld doch dringend für etwas anderes bräuchten.
     
    Wissen Sie wie hoch unser Verteidigungshaushalt ist? Im Jahre 2020 gaben wir 12,5 % des gesamten Bundeshaushalt für Verteidigung aus – das ist jeder 8. Euro. Oder in absoluten Zahlen: 360 Mrd. geteilt durch 8 = 45 Mrd. € (Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/bundeshaushalt-2020-beschlossen-1640494). Ich schreibe die Zahl jetzt mal aus, damit wir sie uns besser vorstellen können: 45.000.000.000 € oder 45.000 Millionen Euro für Flugzeuge, die meist in der Werkstatt stehen, für Sturmgewehre mit der Streuung einer Schrotflinte und für einen Afghanistan-Einsatz, der gerade in dieser Woche beendet wurde und bei dem wir uns fragen, was damit eigentlich bezweckt wurde – Afghanistan ist nicht besser als vor 20 Jahren dran, eher schlechter, und der Taliban scharrt mit den Hufen, um bald wieder das ganze Land unter seine Kontrolle zu bekommen, in vielen Landesteilen musste er sie niemals abgeben.
     
    Bräuchten wir das Geld vielleicht nicht woanders dringender z.B., um Corona-Teste und – Impfungen zu bezahlen? Was sagen Sie? Das sei doch alles umsonst? Ja, glauben Sie etwa, Herr Spahn oder Frau Merkel bezahlen diese Teste und die Impfungen aus ihrer eigenen Tasche? Nein, das bezahlt der Staat. Ok, wer ist denn der Staat? Na, das sind wir alle. Wir werden das alles auf Heller und Pfennig bezahlen müssen! Und wenn wir es nicht tun, dann unsere Kinder und Enkel, die sich bestimmt dafür bedanken werden.
     
    Sollten wir da nicht vielleicht einmal am Verteidigungshaushalt ein klitzekleines Bisschen sparen? Vielleicht könnten sich ja alles Staaten mal auf ein Corona-Militär-Moratorium einigen? Alle Länder verpflichten sich, den Militärhaushalt um 10 % zu kürzen, damit die Folgen von Corona oder besser der Corona-Maßnahmen abgemildert werden (Überschuldung der Staatshaushalte, Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz zahlreicher Mittelständler). Wäre das mal eine Idee? Nein, völlig falsch gedacht. Die grüne Bundeskanzlerkandidatin hat gerade nachdrücklich dazu aufgerufen, die Forderung der USA und der NATO zu erfüllen. Schließlich hat sich unsere deutsche Bundesregierung, die eigentlich geschworen hat, Schaden vom deutschen Volke abzuhalten, dazu verpflichtet, 2 % des Bruttoinlandsprodukt dem unersättlichen militärischen Moloch in den gierigen Rachen zu schieben. Na ja, 2 %, das ist gerade mal ein Fünfzigstel, das ist doch fast nichts.
     
    Noch ein paar Zahlen gefällig? Ich will Sie nicht langweilen, aber schließlich bezahlen Sie das alles. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2020 ganze 3,336 Billionen € (Quelle: https://de.statista.com/themen/26/bip/#:~:text=BIP%20erstmals%20seit%202009%20wieder,Vorjahr%20um%204%2C8%20Prozent%20.) 2 % davon sind 66,7 Mrd. Euro. Soll ich das noch einmal ausschreiben? Nein? Ich mache es trotzdem: 66.700.000.000 €. Wir werden in den nächsten Jahren unseren Verteidigungshaushalt von 45 auf 66,7 Mrd. Euro steigern müssen. Vorausgesetzt, das Bruttoinlandsprodukt bleibt stabil, was es natürlich nicht tut. Es steigt natürlich. Muss es auch. Sonst wären wir gleich pleite, aber für jeden Euro, den es steigt, muss der Verteidigungshaushalt um 2 c wachsen. Klingt nicht viel, läppert sich aber.
     
    So, und nun möchte ich mit einem weiteren Missverständnis aufräumen. Der Verteidigungshaushalt ist eine Lüge, also nicht die Zahlen, sondern der Begriff. Gegen wen verteidigen wird uns denn eigentlich? Wie wir in der Vergangenheit gesehen haben, kann das Militär uns nicht vor Terroristen schützen, die Flugzeuge entführen und in Hochhäuser fliegen. Und das Militär kann auch nicht verhindern, dass ein Terrorist sich in einen LKW setzt und in eine Menschenmasse fährt. Gegen wen will das Militär uns eigentlich verteidigen? Gegen die Russen? Mit Ihrem Militärhaushalt von mickrigen 62 Mrd. $ in 2020 (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/150888/umfrage/militaerausgaben-von-russland-seit-2000/#:~:text=Laut%20Quelle%20beinhalten%20die%20Milit%C3%A4rausgaben,%2C7%20Milliarden%20US%2DDollar.). Da haben die Deutschen ja bald mehr. Und die 700 Mrd. $ von Uncle Sam wollen uns ja auch verteidigen. Der Russe ist in 48 Stunden am Rhein (Quelle: https://www.spiegel.de/politik/in-48-stunden-am-rhein-a-fac8ae7c-0002-0001-0000-000014320856)? Das war schon in den 80ern ein Ammenmärchen und heute ist es einfach nur lächerlich.
     
    Wo werden wir Deutschen mit der Bundeswehr verteidigt? In Afghanistan (jedenfalls bis gestern), Kosovo, Libanon, Somalia, Südsudan, Mali und Syrien (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Auslandseins%C3%A4tze_der_Bundeswehr#Laufende_Eins%C3%A4tze). Hat man Sie gefragt, ob Sie das wollen? Aber Sie bezahlen es. Ok, nicht alles, das meiste werden ja Ihre Kinder und Enkel bezahlen.
     
    Denn was hat der SPD-Kanzlerkandidat gerade verkündet: Er plant für 2021 eine Neuverschuldung von 100 Mrd. €. Soll ich es nochmals ausschreiben. Ja klar, ist ja noch eine Ziffer länger geworden: 100.000.000.000 €. Neuverschuldung (Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundeshaushalt-100-milliarden-euro-scholz-plant-mit-deutlich-hoeherer-neuverschuldung/27296760.html?ticket=ST-779784-qRHqXLnbQJtonb73X0pe-ap4). Wie viel haben wir denn schon? Wir hatten am 31.12.2020 die stolze Summe von 2.171.800.000.000 € Schulden (Quelle: https://www.gold.de/staatsverschuldung-deutschland/). Das sind 2 Billionen. Haben Sie es gemerkt? Ich habe Sie schon gar nicht mehr gefragt, ob ich das ausschreiben soll. Ich weiß, das ist ein wenig unverschämt. Aber ist es nicht sehr unverschämt, wenn Sie nicht gefragt werden, ob Ihr Geld und das Ihrer Nachkommen in Mali oder mit Panzern verbrannt werden, die in den nächsten Kriegen völlig  untauglich sein werden. Panzer und Kampflugzeuge sind in der heutigen Kriegsführung so hilfreich wie Ritter in spiegelnden Rüstungen, als Gewehre und Kanonen erfunden worden waren. Die zukünftigen Kriege werden über Drohnen und über den Cyber War im Internet entschieden. Von Gewehren, Bomben, Panzern, Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen profitiert nur die Rüstungsindustrie – und sonst niemand. Leider haben auch die ur-demokratischen Schweizer vor kurzem – wenn auch nur mit einer denkbar knappen Mehrheit von wenigen tausend Stimmen – für neue Kampfflugzeuge gestimmt. Wir merken: Auch eine echte Demokratie (ich behaupte, die Schweiz ist das einzige demokratische Land auf diesem Planeten) schützt nicht vor Fehlentscheidungen.
     
    Warum echauffiere ich mich so? Wir diskutieren gerade über Rassismus. Der Polizist Derek Chauvin muss 22,5 Jahre in Haft, weil er George Floyd getötet hat. Und es ist gut, dass er in Haft kommt. Und es ist gut, dass über Rassismus geredet wird. Rassismus ist Unrecht und er gehört beendet. Keine Widerrede! Aber so schlimm das auch sein mag: Davon geht die Welt die nicht unter.
     
    Wenn aber irgendein Idiot in Pakistan oder Nordkorea die Nerven verliert, dann geht die Welt unter – und zwar nicht im übertragenen, sondern im realen Sinne. Was tun wir in Deutschland und in der Schweiz dagegen? Wir unterzeichnen das Atomwaffenverbot der UNO? Wir weigern uns, den „Verteidigungshaushalt“ auf 2 % des Bruttoinlandsprodukts anzuheben? Wir weigern uns, neue Kampfjets anzuschaffen? Könnten wir, machen es aber nicht.
     
    Ich habe die Grünen angegriffen, die mal eine pazifistische Partei waren und 1998 mit dem völkerrechtsverbrecherischen Angriff in Jugoslawien ihre Unschuld verloren haben. Ich habe die SPD angegriffen mit ihrem Kanzlerkandidaten, der die Staatsverschuldung in Rekordhöhen treibt (und nichts gegen das 2 %-Ziel tut). Die Union als christliche Partei müsste eigentlich für den Erhalt der Schöpfung eintreten und ist von den drei Parteien immer diejenige gewesen, die am meisten für Militär und Aufrüstung eingetreten ist. Wen sollen wir denn nun wählen? Pest, Cholera oder Typhus? Viel Spaß bei der Entscheidung!
     
    Daher zitiere ich nochmals Bernard Lown: „Never whisper in the presence of wrong!“
     
    Ihr Dr. med. Quintus Querulantius
     
    P.S.: In diesem Newsletter sind die politischen und pazifistischen Gäule mit mir durchgegangen. Aber wenn mich meine Enkel einmal fragen werden, was ich gegen den Krieg oder die Überschuldung des Staates getan habe, dann möchte ich wenigstens sagen können, dass ich es in meinen Videos und Newslettern versucht habe, während die Mehrheit geschwiegen hat.
    P.P.S.: Und was hat das alles mit Gesundheit zu tun? Wenn ich einen Patienten hätte, der ein Achtel seines Einkommens für Waffen ausgibt, weil er sich von Feinden umgeben sieht, dann würde ich ihm eine psychiatrische Einweisung wegen Paranoia nahelegen. Und jeder Euro, der in unnötige Waffen fließt, steht für die Reparatur maroder Straßen, für den Ausbau von Kitas, für bessere Löhne von Pflegenden uvm. nicht mehr zur Verfügung.

    Ihr Dr. med. Quintus Querulantius

    aufgeschnappt und kommentiert 

    Auflösung der Quizfrage

    Kaum zu glauben, aber es ist tatsächlich verzehnfacht. 1000 %, solche Zahlen kommen in der medizinischen Forschung so gut wie nur vor. Omega-3-Fettsäuren schützen demnach besser vor tödlichen Herzrhythmusstörungen als Beta-Blocker, Amiodaron oder andere Antiarrhythmika. Herzpatienten – insbesondere solchen mit Herzrhythmusstörungen – kein Omega-3 zu empfehlen, darf nach meiner Meinung und den wissenschaftlichen Studien heute als Kunstfehler angesehen werden.

    Antwort d) Verzehnfacht also richtig.

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