Zitat des Monats

„Absence of evidence is not evidence of absence.“
Carl Edward Sagan 
(1934-1996)
Amerikanischer Astronom, Astrophysiker und Sachbuchautor
Dieses Zitat sei all denjenigen unter die Nase gerieben, die die Ergebnisse einer negativen Studie überinterpretieren wollen. Wenn etwa jemand aus der negativ verlaufenen Do-Health-Studie ableiten will, dass Vitamin D, Omega-3 oder körperliche Bewegung nichts brächten, dann hat er dieses Zitat nicht berücksichtigt und beweist gleichzeitig seine eigene Unwissenschaftlichkeit. Ein negatives Studienergebnis bedeutet, das es für die angegebenen Studienbedingungen negativ war – nicht mehr und nicht weniger.

Do-Health
 – warum eine gut gemeinte Studie zum Flop wird

Vor kurzem erschien die Do-Health-Studie, die den Einfluss von Vitamin D, Omega-3 und Bewegung auf den Blutdruck und das Immunsystem von Senioren erforschte. Vom Design her erscheint sie unglaublich gut konzipiert. Trotzdem floppte sie (nicht ganz, aber weitgehend), was positive Ergebnisse der untersuchten Maßnahmen angeht.
Bringen Vitamin D, Omega-3 oder Bewegung dem älteren Mitbürger nun gar nichts und er sollte darauf verzichten – oder war das Design vielleicht doch nicht so gut gewählt? Es ist wieder mal komplex, aber wegen der großen Bedeutung der drei Faktoren und den Konsequenzen der Ergebnisse der Studie möchte ich hier die wichtigsten Ergebnisse und meinen Kommentar dazu beisteuern.

JAMA. 2020 Nov 10;324(18):1855-1868.
 doi: 10.1001/jama.2020.16909.

Effect of Vitamin D Supplementation, Omega-3 Fatty Acid Supplementation, or a Strength-Training Exercise Program on Clinical Outcomes in Older Adults: The DO-HEALTH Randomized Clinical Trial

Heike A Bischoff-Ferrari 1 2 3Bruno Vellas 4 5René Rizzoli 6Reto W Kressig 7José A P da Silva 8 9Michael Blauth 10David T Felson 11 12Eugene V McCloskey 13 14Bernhard Watzl 15Lorenz C Hofbauer 16 17Dieter Felsenberg 18Walter C Willett 19 20Bess Dawson-Hughes 21JoAnn E Manson 22Uwe Siebert 23 24 25Robert Theiler 2Hannes B Staehelin 26Caroline de Godoi Rezende Costa Molino 1Patricia O Chocano-Bedoya 1Lauren A Abderhalden 1Andreas Egli 1John A Kanis 27 28Endel J Orav 29DO-HEALTH Research Group
2157 Senioren im Alter von 70 Jahren oder älter wurden in eine achtarmige randomisierte Studie eingeschlossen. Es waren gesunde Menschen, die in den letzten 5 Jahren kein größeres Krankheitsereignis gehabt haben sollten. Sie sollten darüber hinaus körperlich mobil und kognitiv nicht beeinträchtigt sein. Die Studie startete 2012-2014, sollte 3 Jahre für die Teilnehmer dauern und endete 2017.

Die Teilnehmer erhielten entweder

  • Vitamin D 2000 IE tgl. oder Placebo
  • Omega-3 1 g tgl. oder Placebo
  • Ein Bewegungsprogramm oder nicht (Placebo ist hier schlecht möglich)

Alle Kombinationen waren möglich, so dass z.B. eine Gruppe alle Maßnahmen, eine aber gar keine und eine etwa Vitamin D, kein Omega-3, aber Bewegung erhielt. Die Gruppengrößen lagen alle zwischen 264 und 275, waren also ziemlich gleich verteilt.

Endpunkte waren Blutdruck, Infekt-Rate, Knochenbrüche und die Ergebnisse weitere körperlicher und mentaler Teste.

Ergebnisse: Für keine der drei Maßnahmen, gab es bezüglich einem der Endpunkte nach 3 Jahren eine statistisch signifikante Überlegenheit. Man muss allerdings dazu anmerken, dass die Autoren als Signifikanzkriterium eine Irrtumswahrscheinlichkeit von p<0,01 forderten, üblich ist bei den allermeisten Studien nur 0,05.

Immerhin traten in den Omega-3-Gruppen 11 % weniger Infekte auf. Dies geschah auf einem Signifikanz-Niveau von 0,02, was die Kriterien der meisten Studien, aber nicht die von Do-Health erfüllte.

Die Autoren ziehen den Schluss, dass sie mit ihrem Behandlungsprogramm keine signifikanten Effekte bezüglich der Endpunkte gefunden haben.

Meine persönliche Analyse und Kritik an Do-Health:
Es waren über 2000 Senioren in die Studie eingeschlossen. Einschränkend ist hierzu anzumerken, dass es sich um eine starke Selektion von Senioren handelte:

  • In den letzten 5 Jahren kein größeres Gesundheitsereignis wie Krebs oder Herzinfarkt.
  • Körperlich mobil.
  • Geistig nicht eingeschränkt.

Es ist schon erstaunlich, dass sie problemlos über 2000 solcher Menschen gefunden haben. Das ist ja eher die Aufnahme, denn die Regel unter den älteren Menschen. Gesunde Senioren erkranken aber weniger häufig als bereits eingeschränkte. Wenn ich eine zusätzlichen Gesundheitsfaktor einbringe, ist dessen Effekt bei Gesunden schwerer nachzuweisen als bei Kranken oder Risikopersonen. Das bedeutet aber auch, dass die Forschungsergebnisse auf kranke Ältere – das dürfte die überwiegende Mehrheit sein – gar nicht übertragbar sind!

Die Studie startete in 2012. Da wussten wir noch nicht so viel über Vitamin D und Omega-3. Die Dosierungsempfehlungen bezüglich Vitamin D und Omega-3 entsprachen durchaus dem damaligen Kenntnisstand. Heute wissen wir aus mehreren anderen negativ verlaufenen Studien, dass diese Dosen viel zu niedrig gewählt sind. Besonders beim Omega-3 sollten heute Studien unter 2 g EPA/DHA, besser 4 g gar nicht mehr stattfinden. Optimal wäre die Berücksichtigung des Omega-3-Index im Blut, wobei ein Zielwert von 8-12 % angestrebt  werden sollte. All das konnte von den Autoren von Do-Health noch gar nicht berücksichtigt werden.

Hier noch weitere Punkte:
 

  • Man hat ziemlich fitte, ältere Menschen untersucht. So betrug die Knochenbruchrate 3,5x weniger als man eigentlich erwartet hätte. Wenn ich schon körperlich aktive, motivierte, gesund ernährte Ältere untersuche, sehe ich natürlich weniger Effekte, als wenn ich eine Gruppe mit hohem Gesundheitsrisiko untersuche (s.o.).
  • Man hat nur 2000 IE Vitamin D eingesetzt. Das halte ich für zu wenig.
  • Der Durchschnitt in der Vitamin D-Gruppe am Ende der Therapie lag immer noch unter 40 ng/ml, „meinem optimalen Mindestwert“. Man ist also selbst mit den 2000 IE nicht in einen von vielen Vitamin D-Protagonisten als optimal geforderten Bereich hineingekommen.
  • In der „Placebo-Gruppe“ durften 800 IE Vitamin D zusätzlich genommen werden. Es gab also beim Vitamin D 4 verschiedene Gruppen: 0, 800, 2000 und 2800 IE. Das führt natürlich zu Verwässerungseffekten. Zwischen 800 (Placebo-Probanden, die 800 IE einnahmen) und 2000 IE (Verum-Probanden, die kein Vitamin D einnahmen) ist dann kaum mehr ein Unterschied festzustellen. 
  • Die Senioren waren schon recht aktiv. Die Sportgruppe sollte 3×1/2h leichtes Training pro Woche machen (das haben die meisten vermutlich auch schon vorher getan). Dauer und Intensität des Trainings durften nicht gesteigert werden. Wie will ich da Effekte einer Bewegungstherapie sehen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass das mit in der praktischen Trainingslehre Erfahrenen abgesprochen wurde.
  • Die Vitamin D-Gruppe bekamen nur 1 g Omega-3. Viel zu wenig, wie wir heute wissen.
  • Sie haben sich auch noch für ein Algenöl entschieden, weil sie nur Fischöl-Kapseln gefunden hatten, auf die man fischig aufstößt. Auch das ist heute anders. Es gibt sehr wohl gute Omega-3-Präparate aus Fischöl mit einer hervorragenden Qualität.
  • Es war doppelt so viel DHA wie EPA in der Kapsel. EPA wirkt aber besser gegen Entzündungen und auf den Blutdruck.
  • In einer Kapsel war 1 g Omega-3. Das geht aber nur, wenn das Öl aufkonzentriert ist. Es handelte sich also nicht mehr um ein natürliches Öl. Viele Fettsäuren, von denen vielleicht einige auch positive Effekte haben, wurden einfach rausgefiltert. Siehe auch mein Video hierzu: https://youtu.be/Mg5s1Dno6R4
  • Es wurde nicht angegeben, ob es sich um Triglyceride oder um ein Ester handelt. Ich weiß es nicht, nehme aber an, das letzteres zutrifft. Von Estern wissen wir aber, dass sie viel schlechter resorbiert werden und auf den Blutdruck praktisch keinen Effekt haben.
  • Wie in vielen Studien vorher auch, haben die Autoren leider das falsche Öl mit einer qualitativ schlechten Zubereitung und in einer viel zu geringen Dosierung genommen. Das Erstaunliche ist nicht, dass da wenig bei rausgekommen ist, sondern dass trotzdem noch Effekte von Omega-3 gefunden wurden!

 
Die Do-Health-Studie sagt nicht aus, dass Vitamin D, Omega-3 und/oder Bewegung bei Älteren nicht nutzen, sie sagt nur, dass bei sehr, sehr fitten Senioren die gewählten Dosierungen nicht oder kaum (kleiner Effekt von Omega-3 auf Infekte) wirken. Bezüglich Bewegung gibt es viele andere Studien, die ganz klare Effekte zeigen. Wenn ich aber ein Bewegungsprogramm wähle, welches praktisch keine zusätzliche Anforderung darstellt, weil die Probanden das vermutlich schon weitgehend durchführen, kann ich natürlich auch keine Effekte finden.

Leider sind solche komplexen und differenzierten kritischen Darstellungen von den Medien nicht gewünscht. Die wollen nur wissen: Wirkt es oder wirkt es nicht? Leider wurde mit dieser gut gemeinten Studie dem Vitamin D und dem Omega-3 wieder mal ein Bärendienst erwiesen.

Viele Kritiker raten aufgrund dieser Studie von Vitamin D und Omega-3 ab. Empfehlen diese jetzt etwa auch, sich nicht mehr körperlich zu bewegen? Die Studie hat hier ja überhaupt keinen Nutzen gezeigt! Wenn sie aber von Vitamin D und Omega-3 abraten, von Bewegung aber nicht, dann muss sie auch fragen, warum sie das bei Vitamin D/Omega-3 so und bei der Bewegung ganz anders sehen. Wenn sie dann sagen, ja, für Bewegung gebe es doch viele andere positive Studien, die den Nutzen klar belegen, dann haben wir doch die Antwort: Genau, weil die Studie bezüglich Bewegung schlecht angelegt war und kein gutes Ergebnis zeigte, raten wir weiter zur Bewegung. Und genau dasselbe gilt eben für Vitamin D und Omega-3 auch!

Frau Bischoff-Ferrari, die Erstautorin der Studie, sieht es etwas differenzierter. Sie hat auf einem Webinar der Burgerstein Foundation im Januar 2021 gesagt, dass Omega-3 wohl tatsächlich zu gering dosiert war. Als die Studie geplant wurde, haben die kardiologischen Leitlinien 1 g empfohlen, von denen wir heute wissen, dass es viel zu wenig ist. Sie würde heute wohl mehr nehmen. Beim Vitamin D gibt es bei Älteren die allgemeine Empfehlung von 800 IE. Das wollten die Studienleiter den Probanden nicht wegnehmen. Ethisch zwar lobenswert, wissenschaftlich aber nachteilig. So haben wir also 4 Gruppen: 0, 800, 2000 und 2800 IE. Die Autoren wollen noch Subgruppen-Analysen machen. Vielleicht findet man da doch noch Unterschiede.

Diese Studie besagt nicht,

  • Dass Vitamin D, Omega-3 oder Bewegung in anderen Dosierungen auch nicht wirkt.
  • Dass Vitamin D, Omega-3 oder Bewegung bei anderen Populationen (z.B. ältere Durchschnittsbevölkerung mit einem viel höheren Krankheitsrisiko) nicht wirkt.
  • Dass ein nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ besseres Präparat (nicht aufkonzentriert, sondern natürliches Öl, nicht DHA-, sondern EPA-lastig) nicht auch wirkt. 

Ist jetzt nachvollziehbar, warum Do-Health nicht so funktioniert hat wie erhofft? Alle, die sich mit Nährstoffen intensiv befassen, verstehen das. Die meisten in der Normalbevölkerung verstehen es nicht. Die meisten Journalisten verstehen das erst recht nicht. Und die meisten Hausärzte und so genannten „Experten“ wollen das gar nicht verstehen.

Also nicht beirren lassen. Sapere aude! (Wage es, selbst zu denken)

Studien des Monats

Blood omega-3 fatty acids and death from COVID-19: A pilot study

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7816864/

Arash AsherNathan L. TintleMichael MyersLaura Lockshon et al.
Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids. 2021 Mar; 166: 102250.

Published online 2021 Jan 20. doi: 10.1016/j.plefa.2021.102250
Seit längerem Zeit gibt es Hinweise, dass Omega-3 bei Corona protektiv wirken könnte. Aus Tierversuchen wissen wir, dass Tiere, die mit RNA-Viren infiziert wurden (Corona ist ein solches Virus) und gut mit Omega-3 versorgt sind, die Viren schlechter vermehren und eine bessere Überlebensrate aufweisen.
Omega-3 könnte sich bei Covid-19 über mind. drei Wirkprinzipien als sehr hilfreich erweisen:

  • Wir wissen, dass viele Patienten am so genannten „Zytokin-Sturm“ gestorben sind. Nicht die Viren haben also den Menschen direkt getötet, sondern der Patient ist an der durch diese hervorgerufenen Entzündungsantwort des eigenen Immunsystems verstorben. Omega-3 wirkt entzündungsregulierend. Das Immunsystem wird zwar gegenüber viralen Angriffen gestärkt, Überreaktionen werden aber durch aus EPA und DHA (nicht aus ALA aus dem Leinöl) gebildeten Botenstoffen wie Leukotriene, Prostaglandine, Maresine, Protektine (Schutzhormone) und Resolvine („Rücklöser“ von Entzündungen) in Richtung auf die Norm moduliert.
  • Viele Menschen sind an überschießenden Gerinnungsreaktionen gestorben, die zu Thrombosen und Embolien geführt haben. Hätte das RKI zu Beginn der Epidemie in Deutschland nicht von Obduktionen dringend abgeraten, wäre das früher entdeckt worden und vielen Menschen wäre durch entsprechende gerinnungshemmende Maßnahmen der Tod erspart geblieben. Omega-3 hat auch eine thrombozytenaggregationshemmende Wirkung – qualitativ ähnlich wie ASS. Dies könnte auch zu weniger Gerinnungskomplikationen führen, wenn Covid-Patienten gut mit Omega-3 versorgt sind.
  • Omega-3 erhöht die psychische Resilienz und stabilisiert das vegetative Nervensystem, was in mehr als 100 Studien mittels Messung der Herzratenvariabilität objektiv unter Beweis gestellt werden konnte. Stress und Angst schadet aber unserem Immunsystem und vermindert auch die Überlebenschancen auf der Intensivstation. Omega-3 führt u.a. zu einer vermehrten Bildung von Endocannabinoiden, die einerseits selbst entzündungshemmend, andererseits aber auch angstmindernd und antidepressiv wirken.

 
Das alles sind aber nur theoretisch plausible Überlegungen, die sich an der Realität messen lassen müssen. Oder wie Helmut Kohl so treffend bemerkte: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“

Genau dieser Frage haben sich sechs Wissenschaftler (u.a. von der Stanford Medical School und vom Cedars-Sinai Center, Los Angeles) gewidmet. Sie wollten wissen, inwieweit eine gute Versorgung mit Omega-3 Einfluss auf das Überleben von Covid-19-Patienten hat. Sie haben bei 100 Patienten, die wegen Covid-19 stationär behandelt wurden, den Omega-3-Index (Summe aus EPA und DHA im Vergleich zu allen Fettsäuren) gemessen. Die Patienten wurden dann je nach Omega-3-Index in Quartile (Viertel) eingeteilt. Von den 100 hospitalisierten Patienten starben insgesamt 14, davon einer in der Gruppe mit dem höchsten Omega-3-Index und 13 in den anderen 3 Gruppen. Da Alter und Geschlecht Risikofaktoren für die Prognose von Covid-19 darstellen, wurde dies bei der Risiko-Berechnung statistisch berücksichtigt. Vergleicht man dann das Sterberisiko, so liegt dieses im Quartil mit dem höchsten Spiegel bei 0,25 oder anders ausgedrückt um 75 % niedriger. Die Patienten standen nicht unter einer Omega-3-Therapie, der unterschiedliche Omega-3-Index spiegelte nur die Nahrungsunterschiede wider. Die Patienten mit den besten Werten aßen wohl mehr Fisch und/oder verzehrten weniger andere tierische Produkte. Dies führte bereits zu ¾ weniger Toten! Es ist zwar spekulativ, aber mit einer adäquaten Omega-3-Versorgung (z.B. 2 g EPA/DHA aus Fischen/Algen in Form von Öl/Kapseln) könnte vermutlich eine noch deutlichere Senkung des Risikos erzielt werden, aber dies muss Gegenstand weiterer interventioneller Studien sein, so wie es auch die Autoren fordern. Niemand begeht aber einen Fehler, sich jetzt schon optimal mit Omega-3 zu versorgen.
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Herzliche Grüße und alles Gute für Ihr Immunsystem,

Dr. Volker Schmiedel

Buchtipp des Monats

Passend zur heutigen Studie des Monats: In diesem Patientenratgeber steht alles, was der Laie oder der mit Omega-3-Diagnostik und -Therapie beginnende Therapeut wissen muss. Einfach und verständlich geschrieben wird es trotzdem einer komplexen Thematik gerecht und beschreibt neben den Grundlagen der Fettsäuren die Krankheiten, bei denen wir Omega-3 präventiv oder therapeutisch einsetzen können, wie wir mit Nahrung und/oder Supplementen eine optimale Versorgung erreichen können. Viel Erfolg beim Lesen!

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aufgeschnappt und kommentiert

„Es gibt eine neue Corona-Verschwörung!“

Dr. med. Quintus Querulantius merkt hierzu an: Wir alle kennen sie ja: Die Verschwörung der Corona-Leugner! Es gebe gar keine Corona-Pandemie. Ja, es gebe noch nicht einmal das Corona-Virus. Mal ehrlich, kennen Sie wirklich persönlich jemanden, der das behauptet? Es mag sie ja geben, aber ich glaube, dass das wirklich nicht viele sind. Na ja, vielleicht so viele wie diejenigen, die behaupten, die Erde sei eine Scheibe.
 
Ich kenne aber viele, die Covid-19 für eine gefährliche Infektion halten (zwar mit geringem Risiko in der Normalbevölkerung, aber mit hohem Risiko bei Älteren oder Vorliegen einiger Krankheiten). Und die bestimmten Informationen, Empfehlungen und Maßnahmen in der Corona-Krise zumindest kritisch gegenüberstehen und argumentativ den wissenschaftlichen Diskurs suchen. Ich erlebe aber, dass auch diese Menschen diffamiert und in die Corona-Leugner-Ecke gestellt werden.
 
Ich habe gewiss nicht alle Fernsehsendungen und Talkshows zu Corona gesehen. Aber in den vielen, die ich gesehen habe, war niemals vom Immunsystem die Rede. Bräuchten wir nicht gerade jetzt Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems? Ich habe nie erlebt, dass ein Kneipp-Arzt eingeladen wurde, der über den Nutzen abhärtender Maßnahmen wie kalten Güsse oder Sauna für das Immunsystem berichten durfte. Ich habe nie einen Naturheilkundler gehört, der den Nutzen von pflanzlichen Heilmitteln von Artemisia über Echinacea bis zur Zistrose erläutert hat. Ich habe auch keinen Psychoneuroimmunologen gehört, der den Politikern und Wissenschaftlern mal unter die Nase reibt, was die angstmachenden Informationen und die stressmachenden Lockdown-Maßnahmen mit dem Immunsystem anrichten. Und erst recht habe ich nie erlebt, dass ein Orthomolekularer Therapeut die Wirkungen von Vitamin D, A, C, Zink, Selen und Omega-3-Fettsäuren auf das Immunsystem und den Verlauf von viralen Infekten erklärt hat.
 
Ich habe nur mit Entsetzen feststellen müssen, dass Virologen zwar ein detailliertes Fachwissen zu allen mit Viren zusammenhängenden Fragen aufweisen, aber praktisch nichts über das Immunsystem zu wissen scheinen. Jeder Laie weiß inzwischen, dass für eine Infektion immer zwei benötigt werden – der Erreger und der Wirt. Im 19. Jahrhundert tobte ein erbitterter Kampf unter Wissenschaftlern, die sich damals darüber stritten, ob der Erreger oder das Terrain (so nannte man den Wirt damals) wichtiger sei. Die Frage dürfte inzwischen zu einem „sowohl als auch“ entschieden sein. Wir benötigen einerseits Erreger mit einer gewissen Infektiosität plus einer Mindestanzahl dieser Erreger. Sonst findet keine Infektion statt. Das ist ja gerade das Dilemma der Corona-Teste: Sie weisen das Vorhandensein von teilweise sehr geringen Virusmengen, die niemals zu einer Infektion führen. Ja, sie weisen sogar tote Viren bzw. deren Bestandteile nach. Deshalb sagen die Teste ja fast nichts über das Eintreten einer Infektion, die Prognose einer solchen Infektion und schon gar nichts über die Infektiosität aus! Andererseits sind die Infektionsraten viel höher, wenn der Wirt ein geschwächtes Immunsystem aufweist – sei dies durch hohes Alter (es gibt übrigens auch 85jährige, die im Altersheim nicht erkrankten, obwohl die Hälfte der Mitbewohner betroffen waren – Alter allein ist also keineswegs zwingend für eine Infektion, auch im Alter kann man offensichtlich ein gutes Immunsystem haben), durch psychischen Stress, durch das Immunsystem schwächende Vorerkrankungen wie Diabetes oder Übergewicht, durch das Immunsystem schwächende Immunsuppressiva oder durch schlechte Ernährung/Nährstoffmängel.
 
Jeder Laie weiß das inzwischen. Aber Virologen scheint das nicht zu interessieren. Und Journalisten fragen nicht danach, obwohl gerade dies ihre Aufgabe wäre. Auch Politiker müssten nach alternativen bzw. komplementären Maßnahmen suchen. Bei einer so hohen Gefährdung, wie sie uns derzeit weis gemacht wird, müsste man doch nach jedem Strohhalm greifen – und diesen zumindest überprüfen, ob er etwas taugen könnte.
 
Aber die Politik greift völlig einseitig nur auf ganz bestimmte Wissenschaftler zurück, die einem mechanistisch-reduktionistischen Weltbild huldigen und wie das Kaninchen auf die Schlange nur auf das Virus, dessen Isolation, Therapie mit Virostatika (bisher eher enttäuschend) und Prävention mittels Impfung (über Dauer des Infektionsschutzes und Langzeitnebenwirkungen wissen wir praktisch nichts) fixiert sind.
 
Und so komme ich zu meiner eigenen Verschwörungstheorie. Ja, ich oute mich jetzt als Verschwörungstheoretiker! Und bitte immer daran denken: Das hier ist eine Glosse. Aber jede Ironie beinhaltet auch einen wahren Kern.
 
Ich behaupte, dass es eine Verschwörung der Immunitätsleugner gibt! Die Bedeutung eines guten Immunsystems wird schlichtweg geleugnet, indem konsequent nicht darüber berichtet wird. Damit wir uns hier klar verstehen: Die Stärkung des Immunsystems macht keine Hygienemaßnahmen überflüssig. Aber Hygienemaßnahmen oder Impfungen machen auch keine Beachtung des Immunsystems überflüssig.
 
Politiker, Journalisten und Wissenschaftler (jedenfalls die in die öffentliche Diskussion einbezogenen) scheinen sich geradezu verschworen zu haben, den Begriff Immunsystem zu meiden. Von Vitamin D oder anderen Nährstoffen ganz zu schweigen.
 
Dabei ist die Wirksamkeit von Vitamin D für das Immunsystem evident. Und dies in zweifacher Hinsicht:

 

  1. Evident im Sinne von offensichtlich. Jeder weiß, dass durch Viren (egal ob Rhino-, Influenza- oder Corona-Viren, die schon seit Jahren bei uns grassieren) ausgelöste Infekte überwiegend im Winterhalbjahr auftreten. Auf der Südhalbkugel ist das Ganze um 6 Monate verschoben. Die Korrelation zwischen Vitamin D-Mangel und Infektneigung ist also offensichtlich.
  2. Evident als beweisgestützt im Sinne der evidence based medicine. Ich möchte die Studien und Meta-Analysen nicht im Einzelnen wiederholen, die ich in anderen Newslettern vorgestellt habe. Ob in epidemiologischen Studien mit dem Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin D-Spiegeln und Infekten oder in interventionellen Studien, wo Vitamin D-Gaben im Doppel-Blind-Versuch randomisiert und kontrolliert zu geringeren Infekt-Raten führten – die Datenlage ist einfach überwältigend. Das kann auch nicht von einzelnen „negativen“ Studien (wie der oben beschriebenen gut gemeinten, aber leider schlecht gemachten Do-Health-Studie) widerlegt werden.

 
Diese Verschwörung existiert. Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine geheime und gezielte Absprache der Beteiligten handelt. Es scheint vielmehr eine stillschweigende Übereinkunft zu sein, ein Tabu, über das man eben nicht spricht. Ich weiß auch nichts über die Ursachen, über die Motivation dieser Verschwörung. Ist sie nur der Ignoranz und Arroganz derer geschuldet, die sich einfach nicht vorstellen können, dass ganz natürliche, preiswerte und nebenwirkungsfreie Nährstoffe mehr zur Prävention und bei der Therapie gefährlicher Infektionen auszurichten vermögen als für viele Millionen entwickelte Virostatika?
 
Will man keinen Erfolg mit diesen einfachen Maßnahmen sehen, weil man befürchtet, die Menschen würden sich dann nicht mehr an die Hygieneregeln halten oder nicht mehr zur Impfung gehen? Ich weiß es nicht und man kann nur darüber spekulieren.
 
Während ich in Deutschland bisher nur ein Totschweigen beobachtet habe, hat es in der Schweiz in den letzten Wochen immerhin Fernsehsendungen (so die vielgesehene Sendung „Puls“ vom SRF) gegeben, in der Vitamin D thematisiert wurde. Ich muss mich korrigieren: diffamiert wurde. Ich habe selten einen solch einseitigen Journalismus gesehen, der nicht objektiv bemüht war, die Argumente unterschiedlicher Seiten abzubilden, sondern in plumper, primitiver und propagandistischer Weise versuchte, den Zuschauer von der angeblich unsinnigen Vitamin D-Testung und -Einnahme abzuhalten (so war es zumindest mein persönlicher Eindruck).
 
Beispielsweise wird von Gegnern des Vitamin D immer wieder die Vertauschung von Ursache und Wirkung bemüht: Menschen mit einem Vitamin D-Mangel werden nicht krank, weil sie niedrige Vitamin D-Spiegel haben, sondern sie haben angeblich niedrige Vitamin D-Spiegel, weil sie krank sind.
 
Ja, eine statistische Korrelation zwischen Vitamin D-Mangel und Infekt-Rate wird zugegeben (weil diese schlichtweg nicht mehr zu leugnen ist). Mit geradezu lächerlichen Vergleichen wird aber eine kausale Korrelation negiert. So wird auch eine Korrelation zwischen Vitamin D-Spiegeln und dem Verzehr von Eiscreme angegeben – die es statistisch natürlich gibt, weil wir im Sommer (relativ) hohe Vitamin D-Spiegel haben und im Jahresverlauf am meisten Eis gegessen wird. Damit wird gleichzeitig impliziert, dass es mit dem Zusammenhang von Vitamin D und Infekten wohl auch so sei.
 
In dieselbe Kerbe schlägt dann auch Dr. Huber von einem Hausarztverband. Immerhin wird auch der Vitamin D-Befürworter, Dr.Gauger, interviewt, der dieses Argument schnell widerlegt, da es mittlerweile mindestens 15 interventionelle Studien gibt. Nebenbei: Dr. Gauger wird nicht als Vitamin D-Befürworter vorgestellt, sondern als Vitamin D-Verfechter. Unterschwellig wird hier also ein Kampf heraufbeschworen, den man dem ruhigen und gelassen argumentierenden Dr. Gauger nun gar nicht abnehmen mag. Wenn interventionelle Studien statistische Korrelationen bestätigen, indem die doppelblind, randomisiert und placebo-kontrolliert mit Vitamin D behandelten Patienten ein massiv besseres Outcome bei Covid-19 zeigen, dann ist das schwachsinnige Vitamin D/Eiskonsum-Korrelat einfach ad absurdum geführt.
 
Was sagt aber nun Dr. Huber dazu? Die Studien könne man nicht heranziehen, da sie einfach schlecht seien. Diesem „wissenschaftlichen Argument“ kann man natürlich nichts mehr entgegen halten. Ein Hausarztmediziner (nichts gegen diese Berufsgruppe!), der vermutlich noch niemals selbst eine wissenschaftliche Studie international publiziert hat, erdreistet sich, mehr als ein dutzend Studien zu Vitamin D, die von internationalen Journalen nach intensiver Beurteilung durch externe Gutachter zur Publikation angenommen wurden, mit einem Federstrich für schlecht zu erklären. In diesem Jargon versuchten die Journalisten von Puls, das Vitamin D zu diskreditieren und den Zuschauer zu manipulieren – und das waren nur einzelne Beispiele.
 
Ich bin aber dem Schweizer Fernsehen trotzdem dankbar. Hier wird wenigstens eine Diskussion geführt, auch wenn sie äußerst parteiisch ist. Aber der Zuschauer hat trotzdem die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Und differenzierte und kritische Zuschauer werden evtl. nach dieser journalistischen Farce eher vom Nutzen von Vitamin D als von dessen Gegenteil überzeugt sein.
 
In Deutschland wird eine solche Diskussion medial aber noch nicht einmal zugelassen. Ich weiß von keinem Vitamin D-Experten, mit denen ich in engem Austausch stehe, dass er in eine deutsche Fernsehsendung eingeladen wurde, um seine Position darzustellen. Von anderen Nährstoffen ganz zu schweigen.
 
Wenn sich mehrere zusammenschließen, um eine missliebige Meinung zu unterdrücken, dann ist das eine Verschwörung. Was ist aber die Intention dieser Verschwörung? Können sich manche Wissenschaftler einfach nicht vorstellen, dass Nährstoffe eine solche Wirkung entfalten können (Ignoranz) und darf das dann einfach auch nicht diskutiert werden (Arroganz). Oder hält man eine Wirkung vielleicht sogar für möglich, möchte aber nicht, dass dies allgemein publik wird?
 
Dass dieses Argument gar nicht so abwegig ist, beweist die besagte Puls-Sendung im SRF. Dr. Gauger – Sie wissen schon, der Vitamin D-Verfechter – führte folgendes Argument pro Vitamin D an: Wenn Vitamin D wirklich den Nutzen hat, den die Mehrzahl der bisherigen Studien darlegen, dann könnte sehr vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn man ihnen präventiv oder therapeutisch (dann allerdings in viel höheren Dosen) Vitamin D gibt. Würde sich Vitamin D aber entgegen aller Erkenntnisse dennoch als unwirksam erweisen, so wäre wenigstens niemandem geschadet worden. Dem widersprach aber Dr. Huber ganz entschieden – Sie erinnern sich, der kompetente Wissenschaftskritiker, der aber weder seine Expertise in diesem Gebiet belegt, noch ein stichhaltiges Argument gegen eine einzige der Studien vorgebracht hat. Er sagte sinngemäß, dass die Menschen, die Vitamin D im Bewusstsein nähmen, ihr Immunsystem zu stärken und sich so vor Covid-19 zu schützen, dann die anderen Maßnahmen wie Hygieneregeln oder Impfungen missachten könnten. Ja, was hat denn Dr. Huber da für ein Menschenbild? Laien und Patienten sind demnach unmündige Bürger, denen man Informationen und Empfehlungen zu hilfreichen Nährstoffen vorenthalten muss, sonst nehmen sie diese womöglich noch ein und machen dann nichts anderes mehr. Für wie blöd hält er eigentlich seine Mitmenschen? Aber möglicherweise hat er damit tatsächlich die Strategie der Mainstream-Politik, -Wissenschaft und -Journaille offenbart. Ich weiß nicht, ob dies tatsächlich eine dümmliche Einzelmeinung darstellt oder mehr.
 
Wie bekämpfen wir Verschwörungen am besten? Durch Information und Kommunikation. Bitte teilen Sie die letzten (und diesen) Newsletter über die Wirkung von Nährstoffen auf das Immunsystem und tragen Sie mit dazu bei, das der Verschwörung der Immunitäts-Leugner das Wasser abgegraben wird!
 
Ihr Dr. med. Quintus Querulantius