„Das Herz ist der Schlüssel der Welt und des Lebens“ – Novalis (1772-1801)

In meinem Editorial „Das Herz ist der Schlüssel der Welt und des Lebens“, das 2017 in der Zeitschrift EHK des Thieme Verlags erschien, geht es um effektive alternative Behandlungsmethoden bei Herzinsuffizienz.

Die meisten Menschen sehen wahrscheinlich das Herz als das wichtigste Organ an, da es das einzige Organ ist, dass wir sogar spüren, wenn es gesund ist.

Ein schwaches Herz zeigt sich spürbar durch unmittelbare Luftnot, Wassereinlagerungen und stark eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Betroffen sind von Herzinsuffizienz weniger als 1 % der Menschen zwischen 45 und 55 Jahren, aber fast 10 % der 80-Jährigen.

An Herzinsuffizienz Erkrankte müssen die Herz-Medikamente ein Leben lang einnehmen, was für Pharmafirmen einen profitablen Zukunftsmarkt darstellt. Deswegen bringt die Pharmaindustrie immer mehr der sogenannten „Hemmer“ auf den Markt. Sollte man bei einer Herzschwäche nicht lieber etwas „fördern“ anstatt etwas zu „hemmen“?

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

Bezüglich Naturheilverfahren bei Herzinsuffizienz erwähnt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie in ihrer Leitlinie von 2016 lediglich Digitalis. Weißdorn hingegen scheint in der heutigen Kardiologie nicht mehr zu existieren. Auch Vitamin D oder Q10 werden nicht erwähnt, was jedoch hinsichtlich Orthomolekularer Therapie von Bedeutung wäre. Zumindest empfiehlt der Leitfaden eine Substitution mit Eisen bei Ferritinspiegeln unter 100 µg/l. Auch der Einsatz von Omega-3-Fettsäuren kann bei symptomatischen Herzinsuffizienzpatienten in Erwägung gezogen werden und wird mit einem Evidenzgrad B bewertet. Placebokontrollierte Doppelblindstudien, die signifikant ergeben, dass durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren weniger Menschen in Krankenhaus müssen und eine niedrigere Sterberate resultiert, scheinen in der Kardiologie Grund genug zu sein, um den Einsatz von Omega-3 „in Erwägung zu ziehen“.

Allerdings ist mir kein einziger Herzpatient bekannt, der jemals Omega-3-Fettsäuren von einem Kardiologen empfohlen bekommen hätte.

Viele überzeugende Studien würdigen jedoch den Einsatz von Omega-3 bei Herzinsuffizienz. Demnach sollte die Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren bei Herzschwäche nicht mehr nur in Erwägung gezogen werden, sondern als Kunstfehler betrachtet werden, wenn eben eine solche Behandlung nicht geschieht.

Alternative Behandlungsmethoden bei Herzinsuffizienz

Auch eine Bewegungstherapie kann die Lebensqualität und -dauer verbessern, was durchaus bekannt ist. Jedoch reichen diese Fakten den Leitlinienpäpsten nicht aus, um in der offiziellen Therapie erwähnt zu werden.

Die Hydro- und Thermotherapie gehören zu den „guten alten“ Kneipp’schen Verfahren und stellen erwähnenswerte und ganzheitliche Ansätze für eine Herzinsuffizienzbehandlung dar. Auch die ayurvedische Therapie, die ein 5.000 Jahre altes komplexes Therapiesystem darstellt und die Entdeckung der Schüßler-Salze bieten Ansätze zu alternativen Behandlungsmethoden.

Das Herz zählt zu den ersten funktionierenden Organen während des menschlichen Entwicklungsprozesses. Das Leben endet nach gängiger Meinung, wenn das Herz nicht mehr schlägt. So findet Tolstoi eine biologische Bestätigung:

„Im Herzen eines Menschen ruht der Anfang und das Ende aller Dinge.“ – Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Romanautor.

Quelle: EHK 2017