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Nährstoffe und Immunsystem – Was tun bei Virusinfekten?

In diesem Video werden die wichtigsten Nährstoffe zur Prävention von viralen Erkrankungen über eine Stärkung des Immunsystems dargestellt. Dabei werden auch die grundlegenden Studien genannt, die eine solche Wirkung belegen oder zumindest nahelegen. Mit einem solchen Nährstoffprogramm kann keine 100 %ige Vermeidung von Virusinfekten versprochen werden. Nach den vorliegenden Studien ist eine Infektion aber weniger wahrscheinlich und wenn sie doch erfolgt, so verläuft sie vermutlich weniger schwer.

Wie wichtig ist Omega-3?

Wir erkenne ich ein gutes Omega-3? Was ist ein TOTOX-Wert? Wie viele Omega-3 benötigen Kinder? Wie sollte man Omega-3 einnehmen? Wann und wie sollte Omega-3 eingenommen werden? Wie können die Fettsäuren gemessen werden? Was sind die optimalen Fettsäurewerte? Wie viel Omega-3 benötige ich, um die optimalen Werte zu erreichen? Wie viel Fisch müssten wir essen, um optimale Fettsäurewerte zu erzielen? Und warum sollten wir diese nicht tun? Wie kann man bei der Kapselherstellung Oxidation vermindern? Wann sollte die Fettsäureanalyse wiederholt werden? Warum ist Fettsäureanalyse aus der Erythrozytenmembran besser als aus dem Serum? Warum wird dem Algenöl die Zukunft gehören? Welche Vorteile hat das Algenöl? Welche Vorteile hat das Dorschleberöl? Was ist denn mit dem Krillöl? Wie wirkt Omega-3 auf das Cholesterin? Wie unterscheidet sich natürliches Fischöl von Fischölkonzentraten?

Reizdarm – Interview mit Carmen Hercegfi

Was ist eigentlich ein Reizdarm? Hier werden die offiziellen Kriterien vorgestellt. Das entscheidende Kriterium: Andere organische Störungen müssen ausgeschlossen sein, z.B. Laktose-, Fruktose-, Histaminintoleranz, Nahrungsmittelallergien, Gallenschwäche, Gallensäureverlustsyndrom oder Pankreasschwäche. Warum die Koloskopie bei Blähungen praktisch nichts bringt. Der „echte Reizdarm“ ohne eine andere organische Ursache ist sehr selten. Wir brauchen subtile Stuhluntersuchungen und ggf. spezielle Atemteste, um den wahren Ursachen von Reizdarmbeschwerden auf die Spur zu kommen. 15-25 % der Bevölkerung sollen einen Reizdarm haben. Nach meiner Erfahrung haben 80-90 % aller Menschen mit einem angeblichen Reizdarm tatsächlich eine organische Ursache – die aber nicht ausreichend abgeklärt wird. Noch schwieriger wird es dadurch, dass oft nicht nur eine Ursache, sondern oft zwei, mitunter sogar mehrere Ursachen vorliegen. Welche Stuhluntersuchungen sind wirklich wichtig? Wie kann ich Nahrungsmittelallergien erkennen?

Benannter Fachartikel aus dem Video: Nährstoffe und Immunsystem Immunsystem_Omega-3-Fettsaeuren_Artikel– Was tun bei Virusinfekten?

OMEGA-3-FETTSÄUREN & IHRE WIRKUNG AUF UNSER IMMUNSYSTEM

DR. MED. VOLKER SCHMIEDEL &
DR. DES. UWE GRÖBER

Ist doch eine Infektion aufgetreten, so wird ein Akut-Immunprogramm vorgestellt, mit dem die Erkrankung kupiert oder abgekürzt werden kann. Für Zink existiert hier eine evidenzbasierte Datenlage. Neben bestimmten Nährstoffen – dann akut in einer hohen Dosierung – sollte man auch noch eine immunstimulierende Heilpflanze dazu nehmen.

Für eine solche Kombination existieren keine wissenschaftliche Studien. Der Autor hat jedoch seit Jahren sehr positive Erfahrungen bei sich selbst und seinen Patienten gesammelt. Bei der Nebenwirkungsarmut und der Möglichkeit, vielleicht schwere Verläufe vermeiden zu helfen, sollte jeder unter Kosten-Risiko-Nutzen-Aspekten im Falle einer akuten Infektion zu solchen Mitteln greifen. Wir können damit praktisch nichts falsch, aber unter Umständen sehr viel richtig machen.

Hier ist der Link zum weiterführenden Artikel von Dr. med. Volker Schmiedel und Dr. des. Uwe Gröber:

Hier den Artikel kostenlos downloaden

 

Quizfrage:

Welcher Nährstoff eignet sich am wenigsten zur Behandlung eines akuten Virusinfektes?

1. Vitamin C

2. Vitamin D

3. Zink

4. Magnesium

In den vergangenen Newslettern habe ich schon des Öfteren vom Nutzen von Nährstoffen für das Immunsystem berichtet. Es geht meist darum, was ich präventiv tun kann, damit mein Immunsystem so stark ist, dass ich den Infekt erst gar nicht bekomme oder ihn ohne größere Blessuren überstehe. Achtung: Ich werde hier keine einzelnen Viren nennen. Ich werde hingegen etwas ganz Ungewöhnliches tun, was ich in der öffentlichen Diskussion der letzten Monate schmerzlich vermisst habe: Ich rede hier vom Immunsystem – und was jeder Einzelne bei sich selbst und seinen Angehörigen dafür tun kann.

Genau das beobachten wir ja in jedem Winter: Sehr viele Menschen werden von einem viralen Infekt heimgesucht, manche auch mehrfach. In der Familie, in der Schule oder an der Arbeit stecken sich manche an, andere bleiben aber wundersam verschont. Manch einer bekommt beim gleichen Virus einen leichten Schnupfen, ein anderer ist tagelang komplett außer Gefecht gesetzt und hat wochenlang unter Erschöpfung oder einem hartnäckigen Husten zu leiden und es kommt auch vor, dass Menschen daran sterben. Warum ist das eine Immunsystem so schwach, dass „ich mir jeden Keim einfange“ und ein anderes ist so stark, dass „ich seit Jahren keinen Infekt mehr hatte“?
Wir wollen an dieser Stelle nicht-medikamentöse Maßnahmen nur streifen: 

  • Hydrotherapie kann das Immunsystem „abhärten“, z.B. Kneipp´sche Kaltwassergüsse oder regelmäßige Saunagänge.
  • Moderates Ausdauertraining – am besten an frischer Luft und in der Sonne – stärkt das Immunsystem.
  • Rauchen ist ein starker Risikofaktor für virale Infektionen. Arbeitsmedizinische Untersuchungen zeigen bei Rauchern etwa 50 % mehr Fehltage wegen Infekten der oberen Atemwege in Betrieben im Vergleich zu Nichtrauchern auf.
  • Stress und Angst schaden dem Immunsystem ganz enorm. Wir können es nur annehmen, aber nicht berechnen, wie viele Menschen durch die angstmachende Berichterstattung genau die Krankheiten und Symptome bekommen haben, vor denen sie dann Angst hatten (self fulfilling prophecy).


Genug der langen Vorrede. Was empfehle ich, wenn es beginnt, im Hals zu kratzen oder die Nase anfängt zu laufen? Hier ist mein Akut-Infekt-Programm:

  • Zink: 15 mg alle 2 h am 1. Tag, dann 3 x tgl. solange der Infekt dauert
  • Vitamin C: 500 mg alle 2 h am 1. Tag, dann 3 x tgl. solange der Infekt dauert
  • Echinacea: alle 2 h am 1. Tag, dann 3 x tgl. solange der Infekt dauert
  • Lysin 3 g tgl.
  • Vitamin D: 
  • 10 Tage 20.000 IE pro Tag
  • Dann 10 Tage 10.000 IE pro Tag
  • Dann mit 5.000 IE weiter

 
Wichtig ist die Devise „hit hard and early“ – also möglichst früh mit hohen Dosen einsteigen. Wenn man morgens mit leichten Symptomen zur Arbeit fährt und sich abends in der Apotheke die Substanzen besorgt, kann es schon zu spät sein. Am besten man hat in der Erkältungszeit immer schon einen Vorrat der benötigten Mittel zuhause, damit man sofort beginnen kann.

Abb. 1: Echinacea, der Rote Sonnenhut, war bereits in der Medizin der indigenen Bevölkerung Nordamerikas bekannt

Achtung:

  • Zink kann manchmal Übelkeit verursachen.
  • Echinacea nicht bei Korbblütlerallergie, Autoimmunkrankheiten, schweren konsumierenden Erkrankungen wie TBC oder Leukämie.
  • Vitamin D in diesen hohen Dosierungen nicht bei bekannter Hyperkalzämie, Nierensteinleiden oder Sarkoidose.

Diese Dosisangaben beziehen sich auf einen durchschnittlichen Erwachsenen. Bei Kindern müssten die Dosen gewichtsentsprechend reduziert werden. Zur Datenlage:

  • Zink: Meta-Analyse zu akuter viraler Infektion. Wenn innerhalb von 24 h nach Beginn der Symptome mit Zink begonnen wird, so besteht eine geringere Wahrscheinlichkeit, nach 7 Tagen noch symptomatisch zu  sein. Mit einem relativen Risiko von 0,45 sind nach 1 Woche weniger als die Hälfte der Patienten krank im Vergleich zu denen ohne Zink! https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23775705/
  • Vitamin C: Meta-Analyse bei Kindern ergab eine kürzere Krankheitsdauer unter Vitamin C. Die Kombination mit Echinacea verstärkt die Wirkung. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30465062/
  • Echinacea: Hier existiert eine widersprüchliche Datenlage. Dies könnte daran liegen, dass unterschiedliche Präparate verwendet wurden. Wie bei Zink und Vitamin C ist ein früher Behandlungsbeginn mit hohen Dosen wichtig. Meine persönlichen Erfahrungen mit diesem dreifachen Immuncocktail waren in den letzten Jahren bei mir und meinen Patienten ausgesprochen positiv. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16437427/
  • Vitamin D: Habe ich erst seit diesem Jahr mit auf dem Bildschirm. Es gibt zahlreiche Studien zur Prävention von viralen Infekten mit Vitamin D. Zur Akut-Therapie kenne ich nur die am Ende des Newsletters bei den Errata zum vorletzten Newsletter erwähnte spanische Covid-19-Studie. Es ist nicht bewiesen, aber naheliegend, dass Vitamin D auch bei anderen viralen Infektionen nützlich ist. https://doi.org/10.1016/j.jsbmb.2020.105751
  • Lysin: Studie zu Herpes, hier ist ein Nutzen klar belegt. Zu anderen viralen Infekten habe ich keine Studien gefunden. Lysin könnte sich auch hier nützlich erweisen. Wenn man zusätzlich zu den obigen vier Therapieoptionen noch etwas tun möchte, so kommt Lysin in Frage. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3115841/


Teilen Sie diesen Newsletter bitte mit allen, die es interessieren könnte und die nicht auf die Impfung warten, sondern jetzt schon etwas tun wollen. Vom RKI, den offiziellen Ärzteverbänden und Herrn Spahn (oder gar von Prof. Lauterbach oder Drosten) werden Sie davon nichts erfahren!

Ich habe an dieser Stelle bewusst keine Markennamen genannt. Wer wissen möchte, welche Präparate ich gerne bei meinen Patienten (und im Ernstfall auch bei mir selbst) einsetze, möge bitte ganz ans Ende dieses Newsletters zu den Produktempfehlungen gehen.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für ein resilientes Immunsystem,

Ihr Dr. Volker Schmiedel

 

Studie des Monats

 

In dieser Studie wurden bei fast 200.000 Amerikanern die Vitamin D-Spiegel mit dem Auftreten eines positiven Corona-Test-Ergebnisses verglichen. Eine Mega-Studie – was die Größe der Probanden, aber auch die Ergebnisse angeht:

 

Abb. 2: Je höher der Vitamin D-Spiegel umso geringer das Risiko eines positiven Corona-Testes

Hier ist das sensationelle Ergebnis: Bei Spiegeln um die 20 ng/ml = 50 nmol/l lag die Positiven-Rate bei 12-13 %, bei Spiegeln über 50 ng/ml = 125 nmol/l jedoch nur bei etwa 6 %, war also etwa halbiert.

Zum Vergleich: In Deutschland hat die Mehrheit der Bevölkerung Werte unter 20 ng/ml! Über 50 ng/ml kann man ohne Substitution mit mehreren Tausend IE Vitamin D praktisch nicht erreichen.

Die Forscher haben errechnet, dass pro Anstieg um 1 ng/ml eine Reduktion der Positiven-Rate von 1,6 % zu beobachten war – oder bei einem Anstieg um 10 ng/ml um 16 %.

Ein Beispiel: Steigt der Vitamin D-Spiegel von in Deutschland durchschnittlichen, aber schlechten 20 ng/ml auf wünschenswerte 50 ng/ml an, könnte nach diesen Daten die Positiven-Rate um 48 % gesenkt, also fast halbiert werden!

Es ist nicht zu verstehen, warum die Remdesivir-Studie mit sehr bescheidenen Ergebnissen (4 Tage kürzerer Hospital-Aufenthalt, keine Minderung der Sterblichkeit!) lang und breit in den Medien gebracht und im Eilverfahren die Zulassung als Medikament durchgepeitscht wurde, aber die hier erwähnten amerikanischen und spanischen Studien werden mit keiner Silbe in Fernsehen oder Presse erwähnt.

Wir legen schon wieder große Teile der Wirtschaft lahm, aber eine so einfache und vergleichsweise preiswerte Maßnahme wie eine gute Versorgung mit Vitamin D wird totgeschwiegen. Dabei wissen die Leute, die es wissen müssten, sehr gut darüber Bescheid. Der designierte amerikanische Ex-Präsident bekam (neben Remdesivir und vielen anderen Medikamenten) auch Zink und Vitamin D. Immerhin. Leider werden dem Otto-Normalverbraucher in den USA, in Deutschland und anderswo in der Welt diese wichtigen Erkenntnisse vorenthalten. 

Buchtipp des Monats:

Vitamin D-Buchtipp

 

Passend zum Thema Vitamin D: In diesem aktuell Anfang 2020 erschienenen Standardwerk der deutschen und der amerikanischen Vitamin D-Experten Gröber und Hollick (übrigens Mit-Autor der Studie des Monats) erfahren Sie auch, aber nicht nur, warum Vitamin D für unser Immunsystem so wichtig ist. Ein must have für jeden, der an Vitamin D interessiert ist.

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aufgeschnappt und kommentiert – aufgeschnappt und kommentiert

Hurra, der Lockdown ist vorbei! 

Dr. med. Quintus Querulantius merkt hierzu an: „Die Sekunden bis Mitternacht wurden wie an Silvester heruntergezählt – dann gab es Jubel und Konfetti: Einwohner und Geschäftsleute haben … das Ende des monatelangen Corona-Lockdowns gefeiert. Die Ausgangssperre wurde Punkt null Uhr am Mittwoch aufgehoben, schon kurz darauf waren die Bars voll mit feiernden Gästen.“

So schrieb die Welt am 28.10.20. Was? Sie haben das gar nicht mitbekommen? Sie meinen, am 28.10.20 wurde der neue „Lockdown light“ eingeführt? Ja, wo leben Sie denn? Etwa in Köln, in Detmold oder in Elfershausen-Trimberg? Na, dann haben Sie den falschen Wohnort. Die Meldung bezieht sich nämlich auf Melbourne.

https://www.welt.de/vermischtes/article218816504/Coronavirus-In-Melbourne-hielt-der-Lockdown-fast-vier-Monate.html

Wie kann das denn sein? Am selben Tag, an dem Deutschland den Lockdown wieder einführt, wird er in Australien aufgehoben. Sind die Deutschen etwa so ein verantwortungsloses, undiszipliniertes, partywütiges Pack, das sich nicht an die Hygieneregeln hält? Das haben Spahn, Merkel und Wieler in ihren letzten Stellungnahmen immer wieder angedeutet. Der Lockdown sei nach RKI-Chef Wieler vermeidbar, wenn „jeder Verantwortung übernimmt“ (https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-rki-wieler-lockdown-100.html). Wir haben es also selbst in der Hand. Und wenn die Zahlen steigen, dann haben wir den Schwarzen Peter. Wir sind schließlich selbst schuld: „Das alles geschieht nur, weil wir Menschen uns nicht an die Regeln halten.“ (https://www.sueddeutsche.de/politik/corona-rki-wieler-zweite-welle-1.4981357). Aber vielleicht funktionieren die Regeln nicht so gut, wie uns immer weisgemacht wurde? Nein, das kann es auf keinen Fall sein. „Die dürfen nie hinterfragt werden. Das sollten wir einfach so tun.“ (https://www.deutschlandfunk.de/mehr-covid-19-faelle-in-deutschland-rki-praesident-die.676.de.html?dram:article_id=481382)

Befolgen die Australier die Regeln so peinlich genau? Sind das die großartigen Vorbilder, denen wir jetzt unbedingt nacheifern müssen? Oder kann das unterschiedliche Infektionsgeschehen einen ganz anderen Grund haben? Schauen wir uns doch einmal die aktuellen Infektionskurven vom 1.11.20 an:

Hier haben wir die beneidenswert sinkenden positiven Fallzahlen aus Australien. Super! Irgendwas müssen die richtig machen, aber was ist es nur?

Und hier sehen wir den katastrophalen Anstieg in Deutschland. Schrecklich! Irgendwas müssen wir falsch machen, aber was ist es nur?

Am Beginn der weltweiten Pandemie gab es in beiden Ländern die „erste Welle“. Aber dann sind durch Maskenpflicht und die anderen Maßnahmen (und weil die Menschen sich daran gehalten haben) die Zahlen nahezu auf null gesunken. Dann haben die Deutschen das Ganze nicht mehr ernst genommen. Sind wieder in Urlaub gefahren, haben wieder die Schulen geöffnet, haben wieder Partys gefeiert. Ganz anders die Australier: Im Juli und August, wo wir die niedrigsten Zahlen hatten, sind in Australien die Zahlen nach oben geschossen. Dann erst haben sie begriffen, wie ernst die Lage ist, haben sich endlich daran gehalten – und zur Belohnung gingen die Zahlen runter und der Lockdown konnte aufgehoben werden. So könnte man die Zahlen interpretieren. Man könnte sie aber auch ganz anders deuten.

Ich zeige jetzt noch einmal die Graphiken, markiere dabei aber die Frühlings- und Sommermonate (April-September in Deutschland und Oktober-März in Australien) mit den gelben Balken:

Abgesehen von der ersten Welle in Australien sehen wir folgendes Bild: In den Frühlings- und Sommermonaten haben wir in Deutschland sehr wenige neue Fälle. Erst ab Oktober gehen die Zahlen explosionsartig nach oben. Und in Australien ist es genau umgekehrt. Am Ende des australischen Winters sehen wir im Juli und August die höchsten Fallzahlen und im australischen Frühling (ab September) sehen wir genau dasselbe, was wir im deutschen Frühling gesehen haben – ganz wenige neue Fälle. Könnte es sein, dass die Fallzahlen im Frühling nicht wegen, sondern trotz der Maßnahmen runtergehen? Oder vielleicht neutraler formuliert: Die Fallzahlen sind einfach praktisch unabhängig von den Maßnahmen?

Wir beobachten in diesem Jahr dasselbe mit Corona, was wir mit Influenza jedes Jahr beobachten. Wir haben bisher keine speziellen Maßnahmen gegen Influenza ergriffen, die die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen massiv einschränken und die Wirtschaft enorm schädigen – und trotzdem verschwinden die Influenza-Viren in jedem Frühling rapide, um dann im Herbst wieder zuzuschlagen. Könnte es sein, dass das Corona-Virus es dem Influenza-Virus einfach nachmacht? Im Frühjahr verschwindet es – egal was wir getan haben. Und im Herbst kommt es wieder – egal welche brachialen Maßnahmen wir ergreifen.

Was könnte es sein, das im Winter das Wachstum der Viren so begünstigt? Trockene Luft in den Innenräumen? Die Kälte? Das Zusammensein von mehr Menschen in engen Räumen? All dies wurde diskutiert. Und alles mag seinen Teil zum Infektionsgeschehen beitragen. Aber in der ganzen Diskussion – jedenfalls habe ich noch keine Fernsehsendung dazu gesehen, ich verfolge aber auch nicht alle – habe ich noch nie einen Virologen über das Immunsystem reden und noch nie einen Immunologen über Vitamin D sprechen gehört.

Es gibt mittlerweile überwältigende Hinweise darauf (in einigen der letzten Newsletter und auch in meinem neuen Video berichte ich darüber: https://youtu.be/lCyhFkz0Tgo), dass eine gute Versorgung mit Vitamin D.

  • das Immunsystem stärkt
  • zu weniger viralen Infekten führt
  • zu weniger schweren Verläufen von Covid-19 führt
  • bei stationären Verläufen zu einer drastisch verringerten Intensivpflichtigkeit führt
  • und dass im Sommer knapp 40 % der deutschen Bevölkerung einen Vitamin D-Mangel (< 50 nmol/l) und etwa 10 % einen massiven Vitamin D-Mangel aufwiesen (< 30 nmol/l)
  • und dass im Winter sogar über 80 % der deutschen Bevölkerung einen Vitamin D-Mangel  und über 50 % einen massiven Vitamin D-Mangel hatten.

Das geht auf Zahlen des RKI zurück (Rabenberg M, Mensing G: Vitamin-D-Status in Deutschland. Journal of Health Monitoring, 2016 1(2) DOI 10.17886/RKI-GBE-2016-036 Robert Koch-Institut, Berlin).
Warum wird nicht endlich in Erwägung gezogen, die deutsche Bevölkerung so gut mit Vitamin D zu versorgen, dass alle einen Spiegel von > 100 nmol/l erzielen? Und wenn wir es schon nicht mit der ganzen Bevölkerung tun wollen, warum dann nicht wenigstens mit den Risikogruppen (und phantastisch wäre es, wenn diese auch noch optimal mit Vitamin A, C, Selen, Zink und Omega-3 versorgt würden)? Risikogruppen haben wir mehr als genug, z.B. Ältere, Hypertoniker, Diabetiker, Nierenkranke sowie Patienten unter immunsupressiven Medikamenten, also sehr viele Patienten mit Autoimmunkrankheiten.
Noch einmal klar konstatiert, damit ich hier nicht als Corona-Leugner gelte:

  • Covid-19 ist eine ernsthafte Erkrankung.
  • Die Sterblichkeit scheint nach den vorliegenden Zahlen bei knapp 0,4 % zu liegen, bei Jüngeren beträgt sie weniger als 0,05 %, bei Älteren kann sie auch über 10 % ansteigen.
  • Damit ist Covid-19 gefährlicher als viele Influenza-Grippe-Wellen. Ob die aktuelle Epidemie in Deutschland an die Influenza-Grippe von 2017/18 mit einer Übersterblichkeit von 25-30.000 Toten heranreicht, wissen wir noch nicht.
  • Hygienemaßnahmen wie Abstandhalten, Händewaschen, Meiden von Massenveranstaltungen sind bei jeder Epidemie sinnvoll. Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, haben wohl auch Masken einen begrenzten Nutzen. Der Nutzen von Masken im Freien ist nicht bewiesen. Bei großen Menschenveranstaltungen mit sehr engem Kontakt könnten sie sinnvoll sein – aber die sollten wir ja ohnehin nicht haben.
  • Ob die weiteren Lockdown-Maßnahmen sinnvoll sind, ist mehr als fraglich. Meines Wissens hat sich ein Theater (im Gegensatz etwa zu Gottesdiensten) noch nie als Quelle eines Corona-Clusters erwiesen. Im neuen Lockdown werden Theater geschlossen, Kirchen aber nicht. Das verstehe, wer will.
  • Virologen wie Streeck oder Kekulè fordern einen Strategiewechsel: Wir sollten uns auf die Risikogruppen konzentrieren und Menschen mit Symptomen, nach Kontakt mit Betroffenen oder Risikogruppen (z.B. Bewohner und Pflegepersonal in Heimen) messen, das Screening von Gesunden aber tunlichst unterlassen.
  • Darüber und über die Stärkung des Immunsystems, z.B. mit einer guten Versorgung mit Vitamin D und anderen immunrelevanten Stoffen, sollten die Verantwortlichen dringend nachdenken und handeln!

Wir leben jetzt wieder in einem Lockdown – auch wenn dieser euphemistisch als „light“ bezeichnet wird. Wenn ich Künstler oder Gastronom wäre, würde ich diese Bezeichnung als sarkastisch und beleidigend empfinden.
Ich befürchte, dass der „Wellenbrecher-Lockdown“ die Welle keineswegs brechen wird – und das, obwohl sich praktisch alle Deutschen daran halten werden. Nach allen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, werden die Infizierten-Zahlen erst ab April wieder sinken. Bis dahin werden wir die Maßnahmen weiter aufrechterhalten – und da sie wahrscheinlich nicht ausreichen, die Zahlen entscheidend zu senken, werden sie noch verschärft werden. Ich hoffe so sehr, dass ich mich irre!
Gesellschaftlich fährt der Zug jetzt in diese Richtung – und wenn er nicht ans Ziel kommt, dann wird er auch noch beschleunigt. In der Wissenschaft (jedenfalls bei der Mehrheit), der Ärzteschaft und der Politik sehe ich derzeit keine Ansätze zu einem Strategiewechsel. Damit meine ich nicht nur den Strategiewechsel zur Konzentration auf Risikogruppen wie oben, sondern auch den Strategiewechsel von der ausschließlichen Konzentration auf das Virus hin zu einem Beachten der Wechselwirkung von Virus und Immunsystem.
Jeder Einzelne hat es aber selbst in der Hand, seinen eigenen Strategiewechsel vorzunehmen. Jeder Einzelne kann selbst sein Immunsystem stärken. Jeder Einzelne kann zur Sicherheit die Nährstoffe einnehmen, die das Immunsystem präventiv stärken, und bei einem akuten Infekt – wie oben beschrieben – bestimmte Nährstoffe und Phytotherapeutika kurzfristig in hohen Dosen. Das garantiert keine schnelle Heilung, aber es erhöht zumindest die Wahrscheinlichkeit dafür!

Herzliche Grüße,
Ihr Dr. med. Quintus Querulantius

aufgeschnappt und kommentiert – aufgeschnappt und kommentiert

Zum Schluss noch Hinweise für die nächsten Vorträge, Seminare und Webinare:


Teil 2: Welche Nährstoffe modulieren das Immunsystem? Power-Sixpack für das Immunsystem

Die Vitamine A, D und C, die Spurenelemente Zink und Selen sowie das Omega-3 sind die einzelnen Muskelpakete des Power-Sixpacks für das Immunsystem. Die physiologischen Grundlagen der Wirkung werden genauso vorgestellt wie klinische Studien zur Wirksamkeit zitiert.

  • Wussten Sie, dass man mit Vitamin C die Sterblichkeit von Covid-19 auf der Intensivstation halbieren kann?

Haben Sie schon gehört, dass Vitamin D bei stationären Patienten, die Verlegungsrate auf die Intensivstation von 50 auf 2 % zu senken vermag?

Termin:
Mittwoch, 18.11.2020
19:00 Uhr – 20:30 Uhr

zum NatuGena Online-Seminar: Welche Nährstoffe modulieren das Immunsystem?


Teil 3: Tatort Migräne – Den Tätern komplementärmedizinisch auf der Spur

Migräne ist für Betroffene unfassbar belastend. Während eines Anfalls ist ein normaler Arbeitstag unmöglich. Die Schulmedizin stellt nur eine symptomatische Therapie zur Verfügung. Wie mit Nährstoffen, Hormonen und Phytotherapie Frequenz und Schwere der Anfälle meist deutlich gelindert werden kann, erfahren Sie in diesem „hoffentlich nicht allzu kopflastigen“ Webinar.

Termin:
Mittwoch, 02.12.2020
19:00 Uhr – 20:30 Uhr

zum NatuGena Online-Seminar: Tatort Migräne – Den Tätern komplementärmedizinisch auf der Spur

Auflösung der Quizfrage:

Das war ja wieder mal nicht so schwer: Natürlich ist Antwort d) Magnesium richtig. Magnesium ist eines meiner Lieblingsmineralstoffe. Und indirekt kann es sogar auch das Immunsystem verbessern, da es die Umwandlung der Vitamin D-Vorstufe in das aktive Vitamin D begünstigt. Von allen vier vorgeschlagenen Nährstoffen ist es aber sicher der am wenigsten wichtige für das Immunsystem. Vitamin C, D und Zink ist hier einfach das Triumvirat der Nährstoffe für ein gut funktionierendes Immunsystem.

 

Produktempfehlungen

Weil ich nach dem Erscheinen von Newslettern immer wieder von Usern nach konkreten Produktempfehlungen gefragt werde und ich einfach nicht mehr die Zeit habe, jedem einzeln zu antworten, führe ich hier einige Produkte auf, die ich von der Qualität und vom Preis-Leistungs-Verhältnis gut finde und die leicht online beschafft werden können. Es gibt natürlich viele andere gute Produkte, die damit keinesfalls diskreditiert werden sollen, aber diese gehören im Moment zu meinen Favoriten:

  • Zink Komplex Kps. mit 15 mg
  • Lipovitamine forte mit 5000 IE Vitamin D pro Tropfen
  • Vitamin C (ein sehr gut verträgliches und resorbierbares Ester-Präparat mit 500 mg Vitamin C)
  • Lysin 3000 (mit der Tagesdosis von 3000 mg Lysin pro Einheit)
  • Mimimi forte: Ein Echinacea-Präparat, welches aber auch noch viele andere immunstärkende Pflanzen sowie noch ein wenig Vitamin D und C enthält. Die oben gegebene Dosierungsempfehlung zu Vitamin D und C braucht dadurch nicht geändert zu werden. Da in der Tagesdosis von 3×5 (!) Kapseln auch noch 15 mg Zink enthalten ist, kann „mein Immun-Programm“ um eine Kapsel Zink reduziert werden.

Die Produkte gibt es bei www.natugena.de (in der Schweiz www.healthiness.ch). Bei Angabe des Codes Willkommen10 (Achtung: ohne Leerzeichen!) gibt es einen Begrüßungsrabatt.

Wer Vitamin D-Tropfen nicht so gern mag und lieber Tabletten nimmt, kann alternativ die Vitamin D-Hevert 4000 Tabletten nehmen. Auch von Hevert gibt es Echinacea Hevert Urtinktur. Beide Präparate gibt es in der Apotheke.

Das Omega-3 gibt es bei www.norsan.de. Bei Angabe des Codes Willkommen15 gibt es einen Begrüßungsrabatt für die Fettsäureanalyse und die Produkte. In der Schweiz www.swissmedicalplus.ch mit dem Rabattcode Kongress2020.


Errata: Den vorletzten Newsletter https://www.dr-schmiedel.de/vitamin-d-das-herbst-und-wintervitamin/ habe ich wohl mit zu heißer Nadel gestrickt. Zum Glück habe ich aufmerksame Leser, die mich auf meine Fehler hinweisen.

 

  1. Ich habe Aristoteles zum Entdecker des physikalischen Prinzips des Auftriebs gemacht. Das war jedoch Archimedes, der dies angeblich beim Sitzen in der Badewanne gefunden und dann „Heureka!“ gerufen haben soll.
  2. Ich habe die spanische Vitamin D-Studie zitiert, mit der nachgewiesen wurde, dass mit einer raschen hoch dosierten Vitamin D-Gabe, die Verlegungen auf die Intensivstation von 50 % auf 2 % gesenkt werden können. Es wurde dort mit Calcifediol gearbeitet. Synonym wird auch der Begriff Calcediol verwendet, es ist aber etwas anderes als das Cholecalciferol. Letzteres ist das Vitamin D, welches wir in Form von Tabletten oder Tropfen kennen. In der Leber wird es in das Calcediol/Calcifediol oder 25-OH-Vitamin D umgewandelt, welches die Speicherform unseres Körpers darstellt. Ich habe bisher nicht gewusst, dass es diese Speicherform überhaupt als Medikament gibt. Warum wurde denn damit gearbeitet und nicht mit dem „normalen“ Vitamin D? Unser übliches Vitamin D ist einfach viel zu billig. Eine Pharmafirma kann sich damit keine klinische Studie leisten, weil sie aufgrund der geringen Gewinnmarge die Investition gar nicht wieder hereinbekommen könnte. Wenn es Forschungen zu Vitamin D gibt, so handelt es sich in der Regel um universitäre und Non-Profit-Forschungen. Ich vermute, dass der Hersteller dieses Calcediol-Präparates diese Studie finanziert hat, um mit den Studienergebnissen „sein“ Vitamin D-Präparat verkaufen zu können. Argument: Dieser große Nutzen wurde nur mit diesem Präparat nachgewiesen und ist auf das „normale Vitamin D“ gar nicht zu übertragen. Inzwischen gibt es aber eine Dosis-Äquivalenz-Studie, die ergeben hat, dass Calcifediol 2,7fach stärker als Cholecalciferol ist. Wenn man also die 2,7fache Menge vom normalen Vitamin D nimmt, sollte man einen vergleichbaren Effekt haben.

Anouk M M Vaes, Michael Tieland, Margot F de Regt, Jonas Wittwer, Luc J C van Loon, Lisette C P G M de Groot: Dose-response effects of supplementation with calcifediol on serum 25-hydroxyvitamin D status and its metabolites: A randomized controlled trial in older adults. Clin Nutr. 2018 Jun;37(3):808-814. doi: 10.1016/j.clnu.2017.03.029. Epub 2017 Mar 31.

 

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